Publikationen

Berliner Blätter

Die Berliner Blätter – Ethnographische und Ethnologische Beiträge werden seit 1997 von der Gesellschaft für Ethnographie und dem Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin herausgegeben. Die Berliner Blätter sind ein Forum für ethnographische und empirische kulturwissenschaftliche Studien und ethnologische Forschungen, für die Diskussion fachlicher und gesellschaftspolitischer Fragen, für Berichte und Reflexionen aus den Fachgebieten Volks- und Völkerkunde sowie den benachbarten und verwandten Disziplinen.

Die ethnografischen und ethnologischen Beiträge der BERLINER BLÄTTER erscheinen zweimal jährlich zu einem thematischen Schwerpunkt im Panama-Verlag.

Räume durch Bewegung. Ethnographische Perspektiven auf eine vernetzte Welt

»Follow the actors, things, ideas, conflicts« – so lautete das Postulat einer gegenwartsbezogenen Ethnologie in den letzten zehn Jahren. Das Fach reagierte damit auf eine globalisierungsbedingt stetig steigende Mobilität und Vernetzung ethnographischer Forschungsgegenstände. Wie aber können das translokale Wirken sozialer Akteure und die Ausbreitung von Ideen, Wissen und Konflikten in einer vernetzten Welt empirisch erforscht werden? Die Beiträge wenden sich den vielschichtigen methodischen und theoretischen Herausforderungen zu, die sich ethnographischer Forschung im medialen oder virtuellen Raum sowie über große räumlich-geographische Distanzen hinweg stellen. Mit Beiträgen von Elisa T. Bertuzzo, Antje Dieterich, Hansjörg Dilger, Anne Ebert, Ernst Halbmayer, Beatrix Hoffmann, Gertrud Hüwelmeier, Melanie Keding, Alexander Knorr, Regine Kroh, Maria Lidola, Barbara Rühling, Raphael Schapira, Carmen Weith und Martin Zillinger   132 S., Klappenbroschur, 16 x 23 cm 14,90 € (D), 15,50 € (A), 24,90 sFr

Die postsowjetische Stadt. Urbane Aushandlungsprozesse im Südkaukasus

Die aktuellen Entwicklungen von Politik und Kultur in Baku, Tbilisi und Yerevan lassen sich nicht länger allein aus ihrer sozialistischen Vergangenheit heraus erklären. Denn die Vorbilder der südkaukasischen Hauptstädte heißen heute Dubai, Singapur oder New York. Auf die zentrale Frage der Stadtforschung, wie Städte in ihrer scheinbar widersprüchlichen Vielfalt und weltweiten Vernetzung zu analysieren und beschreiben sind, sucht dieser Band erste Antworten. Er betont v.a. die analytische Perspektive auf die lokalen »Übersetzungen« von historischen Materialitäten und Symboliken einerseits und von neuen globalen und kulturellen Einflüssen andererseits.   Mit Beiträgen von Tsypylma Darieva, Susanne Fehlings, Sevil Huseynova, Wolfgang Kaschuba, Ketevan Khutsishvili, Melanie Krebs, Madlen Pilz, Irakli Pipia, Judith Rädlein und Christine Schmid     196 S., Klappenbroschur, 16 x 23 cm, 14,90 € (D), 15,50 € (A), 24,90 sFr

Stoffwechsel Berlin. Urbane Präsenzen und Repräsentationen

»Arm, aber sexy« – Berlins Affinität zur Krise schlägt sich in vielen Repräsentationen der Stadt nieder. Aber welche sozialen Positionen lassen sich in einer ökonomisch krisenhaften Stadt wie Berlin erreichen? Die Beiträge von Stoffwechsel Berlin widmen sich unterschiedlichen Alltagspraktiken ­urbaner Verortung. Zugleich reflektieren sie den besonderen Charakter Berlins und untersuchen die Stadt als Stoffwechsel von Materiellem und Immateriellem. Der Horizont der Beiträge reicht vom Mikrokosmos Berliner Pfandleihen bis zur transnationalen Zirkulation von Waren, Informationen und Atmosphären in Neuköllner Afro-Shops. Er umfasst Auseinandersetzungen um die Neugestaltung öffentlicher Räume ebenso wie die Einschreibung von­ Moscheevereinen in die Stadtlandschaft. Mit Beiträgen von Moritz Ege, Alexa Färber und Riem Spielhaus, Lisa Heinrich, Gertrud Hüwelmeier und Kristine Krause, Wanda Hummel,  Stephan Lanz, Viola-Donata Rauch, Erwin Riedmann, Jana Taube, Gisa Weszkalnys. 174 S., Klappenbroschur, 16 x 23 cm 14,90 € (D), 15,50 € (A), 24,90 sFr   zurück zur Übersicht  

Psychiatrie im Kiez. Alltagspraxis in den Institutionen der gemeindepsychiatrischen Versorgung

Die psychiatrische Versorgungslandschaft in Berlin hat sich in den letzten dreißig Jahren grundlegend verändert. Die großen Anstalten wurden dezentralisiert und durch ambulante Hilfen ergänzt. Unterstützungs- und Selbsthilfeangebote wie Tagesstätten oder betreutes Wohnen sind heute direkt im Kiez angesiedelt. Diesen gemeindepsychiatrischen Angeboten nähern sich die Beiträge aus einer ethnografischen Perspektive. Sie geben Einblicke in die Aushandlungen um Unabhängigkeit, Stabilität und Normalität, die die Alltage von Betroffenen und Institutionen auf vielfältige Weise prägen. Mit Beiträgen von Carolin Genz, Manuela Georgiew, Barbara Holli, Martina Klausner, Tillie Kluthe, Julie Mewes, Jörg Niewöhner und Simran Sodhi.   136 S., Klappenbroschur, 16 x 23 cm 14,90 € (D), 15,50 € (A), 24,90 sFr

Infoblatt der Gesellschaft für Ethnographie e. V. Nummer 7

Heft Nummer 7     Inhalt   NACHRICHTEN 2 Konferenz "Identität und Ethnizität" in Loccum 2 Tagungsbericht "Minderheiten -Rechte undRealitäten". Symposiumdes Sorbischen Instituts e. V./Serbski institut z. t. 6 IX. Internationaler Slawistenkongreß in Bratislava 10 Tagung der Landesstellen für Volkskunde in Deutschland 12 "Die Sorben in Deutschland. Serbja w Nemskej." Eine Wanderausstellung der Stiftung für das sorbische Volk 13   BEITRÄGE 17 Ursula Thiemer-Sachse: "Ethnos" und "ethnische Identität" als wissenschaffliche Kategorien 17 Jane Redlin: Deutsch-Deutsch: Wiederbegegnungzweier ethnischer Gruppen? -Oder: die Begegnung mit der anderen Art 23   NACHRICHTEN, PERSONALIA 27    

Infoblatt der Gesellschaft für Ethnographie e. V. Nummer 2

Heft Nummer 2   Inhalt   Nachrichten/Personalia 1 Leonore Scholze-Irrlitz, Thomas Scholze: Vom wissenschaftlichen Alltag des Wolfgang JacObeit. Ein Gespräch nach der Wende 11 Lydia Icke-Schwalbe: Studien zu Mobilität und Identität bei Stammesbevölkerung in Indien 45   Mitteilungen 50

Infoblatt der Gesellschaft für Ethnographie e. V. Nummer 6

Heft Nummer 6   Inhalt   NACHRICHTEN 1 "Identität und Ethnizität". Programm der Loccumer Tagung 2 Kurt Thomas, Horst Traut: Denkschrift zur Situation der Musikalischen Volkskunde in Thüringen 6  BEITRÄGE 12 Elka Tschernokoshewa: Empirische Kulturforschung -was könnte das sein?  12 Jane Redlin: Trauerrituale und individueller Trauerprozeß 20 Leonore Scholze-Irrlitz: Pariser Begegnung ethnographischer Museen 27 MITTEILUNGEN/PERSONALIA 33

Infoblatt der Gesellschaft für Ethnographie e. V. Nummer 3

Heft Nummer 3 "Alltag und Volkskunde. Sichtweisen -Methoden -Ergebnisse!" EHRENK0LL0UIUM für Prof. em. Dr. habil. Wolfgang Jacobeit, veranstaltet am 8.6.1991 im Bereich Ethnographie der Humboldt-Universität Berlin   Inhalt         INHALT Ute Mohrmannl Eröffnung 1 Heinrich Finkl Würdigung 6 Leonore Scholze-Irrlitzl Begrüßung 10 Hermann Bausingerl Chancen und Grenzen der Alltagsgeschichte 12 Jean Louis Lepetrel Die Arbeit der Direction Regionale in Burgund 29 Hans-Heinrich Müller Über Familien und Alltag der Domänenpächter 36 Jürgen Kockal Volkskundliches in der historischen Bürgertumsforschung. Rückblick auf ein Bielefelder Projekt 44 Jan Petersl Alltagssorgen mit dem Alltag 64 Alf Lüdtkel Lebensgeschichten -Arbeitergeschichte 83   DISKUSSION 26-29' 35-36; 54-64; 70-82  

Infoblatt der Gesellschaft für Ethnographie e. V. Nummer 8

Heft Nummer 8   Inhalt NACHRICHTEN     2 Bericht über die Mitgliederversammlung     2 Tätigkeitsbericht des Vorstandes der Gesellschaft für Ethnographie e. V     3 Das neue Haus der Geschichte in Bonn. Fußnoten zur Muscologic     7 "Wendisches Museum" in Cottbus eröffnet..     9 Wider den Kleinmut in den Kulturwissenschaften     11 BEITRÄGE     15 Franziska Becker, U1rike Langbein, Heike Riesling-Schärfe: "Wende -Psyche -wendekrank?" Zur kulturanalytischen Bedeutung der Psychoanalyse 15 Thomas Scholze: Entwicklung und Perspektiven der volkskundlichen Disziplin in Berlin 40 MITTEILUNGEN/PERSONALIA 51

Infoblatt der Gesellschaft für Ethnographie e. V. Nummer 10

Wissenschaftsgeschichte     Inhalt   NACHRICHTEN 2 Außerordentliche Mitgliederversammlung der Gm in Dresden 2 "Die Kulturen der Medizin". Tagungsbericht. 3 "Die Wiederkehr des Regionalen". Tagungsbericht. 6   BEITRÄGE 9 Rolf Lindner: Zum neuen Interesse an Regionalkultur. 9 Wolfgang Jacobeit: Will-Erich Peuckert -"Die große Wende". Ein Beitrag zur Wissenschaftsgeschichte der deutschen Volkskunde nach 1945 12   MITTEILUNGEN/PERSONALIA. 29 Nachruf auf Erich Krawc-Schneider, 29 Berichtigungzu Info-Blatt Nr. 9, Dezember 1994/Sonstiges 30  

Infoblatt der Gesellschaft für Ethnographie e. V. Nummer 11-12

Fremdenangst - Angst vor der Fremde     Inhalt   NACHRICHTEN 2 Außerordentliche Mitgliederversammlung der Gm in Dresden 2 "Die Kulturen der Medizin". Tagungsbericht. 3 "Die Wiederkehr des Regionalen". Tagungsbericht. 6   BEITRÄGE 9 Rolf Lindner: Zum neuen Interesse an Regionalkultur. 9 Wolfgang Jacobeit: Will-Erich Peuckert -"Die große Wende". Ein Beitrag zurWissenschaftsgeschichtederdeutschenVolkskundenach1945 12   MITTEILUNGEN/PERSONALIA. 29 Nachruf auf Erich Krawc-Schneider, 29 Berichtigungzu Info-Blatt Nr. 9, Dezember 1994/Sonstiges 30  

Infoblatt der Gesellschaft für Ethnographie e. V. Nummer 9

Ethnographie und Menschenrechte     Inhalt NACHRICHTEN     2 Erklärung zu den Menschenrechten     2 Menschenrechte und Minderheiten in Europa -zur aktuellen Situation     8 Volksgeschichte -Volkskunde -Sozialgeschichte     11 Rezen sion     18 Tagungsberichte     23 BEITRÄGE     27 Dieter Kramer: Menschenrechtsdiskussion und Ethnologen     27 Gabriele Eißenberger: "Die Wilden sind unter uns." Völkerschauen während     des 19. und 20. Jahrhunderts in Deutschland     MITTEILUNGEN, PERSONALIA      43  

Nachhaltigkeit. "Alternative" Landwirtschaft als kulturökologisches Phänomen

Dieses Heft geht der Frage nach, welche sozialen und kulturellen Umstände mit nachhaltger Landwirtschaft verbunden sind bzw. welche Folgen sich daraus für die Betroffenen ergeben. Welche Formen von Kultur und Lebensweise entwickeln sich im Rahmen der modernen biologisch-dynamischen Landwirtschaft? Wie sind diese miteinander vernetzt, und inwieweit ähneln sich die neu entstehenden Strukturen?     Inhalt Oskar Kölsch Landwirtschaft - Leben und Arbeiten zwischen Ökonomie und Ökologie, Tradition und Moderne   Jana Rückert "... Örtliche Probleme vorbildlich ökologisch und ökonomisch gelöst." Auswirkungen eines Projekts nachhaltiger Entwicklung auf das dörfliche Sozialsystem - am Beispiel Wulkow bei Frankfurt (Oder)   Maik Hosang Der Mensch im Dorf des 21. Jahrhunderts. Grundlagen einer humanökologischen Theorie und Praxis   Wolfgang Jacobeit Ganzheitlich orientierte Produktionsweisen in der NS-Zeit. Die Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise in den landwirtschaftlichen Versuchsgütern der SS 1939-1945   Rhena Hoffmann Nutzung und Schutz von Regenwaldressourcen durch die ethnische Gruppe der Chinanteken in Mexiko im Spiegel des Nachhaltigkeitskonzepts   Ingo Gentes Indigene Formen der Nachhaltigkeit am Beispiel von Wasserfragen im Norden Chiles (Atacama-Wüste)  

Subkultur - Popkultur - Underground

Diese Ausgabe erschien aus Anlass der Sonderausstellung "Zentralorgane des Undergrounds - Szeneblätter von 1968 bis 1980". Hier wurden erstmalig die Sammlungsbestände des "Archivs für Alternativkultur" am Institut für Europäische Ethnologie der Öffentlichkeit präsentiert. Das Heft ist ein weiterer Schritt hin zur notwendigen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Subkultur, mit Gesamtdarstellungen wie auch Einzeluntersuchungen zur Struktur der Bewegung oder der Darstellung der Gegenpresse in Deutschland im Vergleich mit der amerikanischen Underground-Presse. Weiterhin sind Beiträge zur Jugend- und Popkultur in England und im Kongo enthalten, die einen anderen Blick auf Diffusions- und Modernisierungsprozesse erlauben.     Inhalt   Rolf Lindner Subkultur. Stichworte zur Wirkungsgeschichte eines Konzepts   Helmut Hartwig Kompost und Kritik - Zur Ästhetik der Alternativszene   Thomas Kramer Asterix und die Freak Brothers, Comic-Unterwelten als Teile alternativer Kultur   Jonathan Friedman Die Sapeurs in Brazzaville - Zur politischen Ökonomie der Eleganz   Jay Rutledge "Danse des Griffes" - 50 Jahre Musik und Mode am Kongo   Dick Hebdige Die Mods in Soho - Zur Bedeutung eines subkulturellen Phänomens   Kazuhiro Ochi Die wunderbare Welt der weiblichen Pornographie in Japan. Eine Vergleichsstudie zur weiblichen Sexualität in Ost und West   Benno Käsmayr Der MaroVerlag - Ein Drahtseil-Akt des Machbaren   Jürgen Kipp Die "Zwerge Gutenbergs"- Retrospektive der Mainzer Minipressen-Messe   Victoria Schwenzer Bibliographie zur Subkultur

Geteilte Nachbarschaft. Erkundungen im ehemaligen Grenzgebiet Treptow und Neukölln

Ein Gemeinschaftsprojekt des Instituts für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin und des Heimatmuseums Treptow   Inhalt Falk Blask Einleitung Stadt-Teil Olaf Strutzberg Ein Spaziergang durch den Nordwesten Treptows. Aus hundert Jahren Stadtgeschichte Ralf Zelinski "Das ist ja hier wie früher beim Barbier" Kiez in Berlin Benachbart sein Tonja Mayr Nachbarn für 24 Stunden. Anmerkungen zu einem Feld(forschungs)versuch Gregor Klemmt und Antje Kubbernuß Ost und West. Eine Kategorie unserer Tage Grenzbereich Dirk Keil Nichts blieb, wie es war. Vierundsiebzig Tage im Jahr 1961 Barbara Zibler Kinder als Opfer der Mauer Dirk Keil Auge in Auge mit dem Klassenfeind. Grundwehrdienst als Grenzsoldat Jacqueline und Tilo Stephan Alltägliches im Grenzbebiet. Ein Brief an das Forschungsprojekt Lebenswege Jane Tietböl Operativer Vorgang "Doppelkreuz" Kirche im Grenzgebiet Matthias Kehl Bevollmächtigter in seinem Abschnitt. Zur Biographie eines ABV im ehemaligen Berliner Grenzgebiet Ulrike Heindel "Ach, eigentlich hab’sch ja ä ganz beweechtes Leben geführt ..." Distanz und Nähe Christine Nebelung "Die schöne Zeit, die wir mal hatten..." Clemens Witt Der goldene Engel vom Schmollerplatz. Über die Einheit von Solidarität und Nachbarschaft Madlen Pilz Zwischen Tür und Angel. Ethnographische Reportage über eine Hausgemeinschaft Annette Wilhelm "Signal" Nachbarschaft im Spiegel einer Betriebszeitung Matthias Krümmel Zähneausbeißen am "Sympathie-Grill" Michaela Helfrich Ein fotografischer Spaziergang Norbert Tischer Was bedeutet der Begriff "Nachbarschaft" für Sie/für dich? Ein Meinungsspiegel  

roundabout '68

Die Beiträge in diesem Heft beschäftigen sich auf ganz unterschiedliche Weise mit den Folgen und Ereignissen von 1968 - einer Jahreszahl, mit der im westlichen Teil der heutigen Bundesrepublik versucht wird, ganz verschiedene und doch zeitgleich ablaufende gesellschaftliche Prozesse stellvertretend zu symbolisieren.   zurück zur Übersicht   Inhalte   Hermann Bausinger Die heimliche Fortsetzung. Spuren von 1968 in der heutigen Alltagskultur Dieter Kramer 1968.Volkskunde und Studentenbewegung Rolf Schwendter Subkultur und Avantgarde Dietrich Mühlberg Wann war 68 im Osten? Oder Wer waren die 68er im Osten?

Volkskunde - Europäische Ethnologie - Ethnologie

Zu dieser Thematik geben vorallem W. Kaschuba, W. Jacobeit und D. Kramer Auskunft. Dabei spielen sowohl Fachperspektiven als auch historische Traditionen (Ost-West) eine Rolle.     Inhalt Wolfgang Kaschuba Die Europäische Ethnologie und der Raum der Geschichte   Wolfgang Jacobeit Marginalien eines nachdenklichen Volkskundlers   Dieter Kramer DGV und dgv: Völkerkunde und Volkskunde   Heike Riesling-Schärfe Diskurse über Frauen und Aids - Repräsentationen und Konstruktionen eines Risikos  

Transformation des Städtischen. Stadtethnologie in Europa

Die Beiträge dieses Heftes basieren auf überarbeiteten Vorträgen, die im Rahmen der europäischen Sommerschule "Ethnographies of Urban Life. Social, Symbolic and Spatial Processes in Berlin" im Juli und August 1997 am Berliner Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität gehalten worden sind. In mehreren Aufsätzen präsentieren Ethnologen, Kulturanthropologen und Stadtsoziologen Themen und Problemstellungen gegenwärtiger ethnologischer Stadtforschung wie etwa sozialräumliche Konflikte in Berlin, die kulturelle Geographie von Budapest oder die gegenwärtigen Urbanitätsdiskurse in Wien.   zurück zur Übersicht   Inhalte   Michi Knecht und Peter Niedermüller Stadtethnologie und die Transformation des Städtischen. Eine Einleitung Barbara Lang Die (un)soziale Stadt. Vorüberlegungen zu einer "Ethnographie städtischer Konflikte" Per-Markku Ristilammi Schwarze Poesie und das Neubauviertel "Rosengård" in Malmö - eine Betrachtung zum Wandel von Alterität im modernen Schweden Jens Sambale und Dominik Veith Der Raum als Beute. Sozialräumliche Konflikte in Berlin Reinhard Johler "Wien bleibt Wien" - "Wien ist anders" - "Wien darf nicht Chicago werden" Zur Rhetorik gegenwärtiger Urbanitätsdiskurse in Wien John Bornemann Der "Standort Deutschland" und die Verlegung der Hauptstadt Miklós Vörös Buda und Pest. Eine kulturelle Geographie zweier Städte, die eine sind Jan Løfstrøm Urbanität und schwule Kultur. Interessante Aspekte für die Stadtethnologie aus historischer und soziologischer Perspektive Norbert Cyrus "Glokale" Lebenswelten in der Stadt: Anmerkungen zur methodologischen Perspektive einer "multilokalen Ethnographie"

Zwischen Räumen. Studien zur sozialen Taxonomie des Fremden

    zurück zur Übersicht   Inhalte   Peter Niedermüller Einleitung Steffen Dillge Asyl contra Einwanderung. Zur Instrumentalisierung eines ethischen Prinzips Robert Standfest Massen, Menschen, Flüchtlingsmädchen. Asyl und Kriegsflucht im SPIEGEL Harry Adler und Steffen Dillge Produkt Asyl. Zur Ökonomie der Flüchtlingspolitik Diana Jahn und Franka Schneider In Transit. Bosnische Flüchtlinge in Berlin Heidrun Unterbeck und Halina Hackert-Lemke "... das war in der DDR so festgelegt ..." Betreuerinnen erinnern sich an ausländische Vertragsarbeiter Sarah Sebhatu Glitzerbude oder Multikulti-Schuppen? Legitimationsstrategien des Hauses der Kulturen der Welt Anja Schwanhäußer Performing Wissenschaft. Die Inszenierung "fremder Kultur" Thorsten Breustedt und Torsten Mucha Last exit Neukölln? Erlebnistraum Schule in der städtischen Peripherie Annette Dörner und Silke Siebrecht Ehe der Kulturen. Konfliktmanagement am Beispiel binationaler Ehen

Technogene Nähe. Ethnographische Studien zur Mediennutzung im Alltag

zurück zur Übersicht     Inhalte Stefan Beck media.practices@culture Einschalten Martin J. Schweser Optionen – Wie sind wir verbunden? Ich nähe einen Knopf ans Hemd Ann-Katrin Zöckler: Bin ich schon drin? Verortungsstrategien von Migrantinnen in der Informations- und Kommunikationsgesellschaft Kooperieren Cordula Mock Verbindungen des "Baukörpers". Interaktion und technisch vermittelte Kommunikation auf Baustellen Gabriele Bock Abgestufte Nähe. Kooperation und Kommunikation im Büroalltag Annähern John Flöth Hör- und Sprechräume. Nähe, Macht und Raum im Talk Radio Dirk Herzer Und was suchst du auf der Line? Intentionen, Erwartungen und Wünsche bei der Nutzung von Datinglines Verbindung halten Jennifer Hirte In weiter Ferne - so nah. Wie Kommunikationsmedien in Fernbeziehungen genutzt werden und diese strukturieren Hanna Knorr Mediatisierte Lebenswelten. Nähe und Distanz in technogenen Zusatzräumen Stand by Mark Butler Technoschamanismus im glokalen Netz. Ein Ethnographie telekommunikativer Dienstleistungen Martina Endres Plastik ist Leben. Be-Dingungen von Mensch-Computer-Maschinen

Zündstoff doppelte Staatsbürgerschaft

  104 S., 10.90 EUR   zurück zur Übersicht   Inhalte   Irene Götz Einleitung. Die Untertschriftenaktion der CDU. Eine ethnographische "Labor"-Situation? Eva Maria Diez Poza Die Konstruktion des Eigenen und des Fremden. Positionen zur nationalen Identität Asta Vonderau "State and nation seeking to cannibalize one another" Die Zeitungsdebatte über die doppelte Staatsangehörigkeit Peter Niedermüller Der Mythos "Deutsch zu sein". Zum Verhältnis von Politik und Kultur Irene Götz Kampf der Bilder oder: Wie Nationales in den Alltag einzieht Claudia Hirschberger Der gedachte Körper. Kopf, Körper und Geschlecht im Selbsterfahrungstanz

Zehn Jahre Gesellschaft für Ethnographie - Europäische Ethnologie in Berlin. Wolfgang Jacobeit zum 80. Geburtstag

1990, mitten in der "Wendezeit", wurde in Berlin die Gesellschaft für Ethnographie e. V. gegründet. Als wissenschaftliche Vereinigung hat sie sich seither bemüht, Diskussionsforum zwischen den Disziplinen Volkskunde, Völkerkunde und Europäische Ethnologie zu werden. Dieses Jubiläumsheft zum zehnjährigen Bestehen enthält eine Auswahl von Aufsätzen, die im vergangenen Jahrzehnt im "Info-Blatt", dem Vorläufer der "Berliner Blätter" publiziert wurden und in dieser Phase die Diskussion bestimmt haben. Die Gesellschaft für Ethnographie war stets auch bestrebt, Forschungen innerhalb der einzelnen Disziplinen, insbesondere zur Wissenschaftsgeschichte, anzuregen oder weiterzuverbreiten. Einige neue Resultate wissenschaftshistorischer Forschung zur Geschichte der DDR-Ethnographie/Volkskunde werden daher hier im Heft vorgestellt. Abgerundet wird die fassettenreiche Darstellung mit einem Ausblick auf die Perspektiven des Faches Europäische Ethnologie/Volkskunde. Zur Sprache kommt dabei einerseits die derzeitige Gesamtsituation der Disziplin an den ostdeutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen, andererseits unternehmen einige Fachvertreter in einer längeren Diskussion am Standort Berlin den Versuch, eine Zwischenbilanz zu ziehen und Gedanken für die Zukunft zu entwickeln.    120 S., 10.90 EUR, zurück zur Übersicht   Inhalte   Die Gesellschaft für Ethnographie als Diskussionsforum       Thomas Scholze/Leonore Scholze-Irrlitz: Vom wissenschaftlichen Alltag des Wolfgang Jacobeit. Ein Gespräch nach der „Wende“ (September 1990)   Jürgen Kocka: Volkskundliches in der historischen Bürgertumsforschung. Rückblick auf ein Bielefelder Projekt (1991)   Paul Nowotny: Zur Geschichte der sorbischen Volksforschung (1992)   Banu B. Yakin, Gisela Kirschberg, Karin Dirks: Deutsch-deutsche Wahrnehmung: Zum Verhältnis von DDR- und BRD-Volkskunde (1992)   Dieter Kramer: DGV und dgv: Völkerkunde und Volkskunde (1997)           DDR-Volkskunde als Wissenschaftsgeschichte       You Jae Lee: „... als ob die Volkskundler schwarze Schafe wären.“ Wissenschaft, Politik und Eigensinn in der DDR-Volkskunde 1945-1973   Annett Brezan/Bryzanec: Der Volkskundler Paul Nedo – ein biographischer Abriss   Peter Nötzoldt: Wolfgang Steinitz – Wissenschaftler und Wissenschaftsorganisator an der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin   Thomas Scholze: Anmerkungen zur Frühgeschichte der Volkskunde in der sowjetischen Besatzungszone bzw. späteren DDR           Stand der Diskussion und Perspektiven des Faches       Michael Simon: Zur Situation der Volkskunde an den ostdeutschen Universitäten   Stefan Beck/Leonore Scholze-Irrlitz: Berliner Diskussion: Perpektiven Europäischer Ethnologie - Versuch einer Zwischenbilanz. Gespräch zwischen Wolfgang Kaschuba, Peter Niedermüller, Bernd Jürgen Warneken und Gisela Welz      

Ethnographische Momentaufnahmen

Ethnographische Momentaufnahmen – hinter diesem Titel verbirgt sich eine Sammlung von Aufsätzen, die sehr unterschiedliche Themen verfolgen: Erkundet wurden am „Rande Berlins“ eine rechte Jugendszene, ein Obdachlosenheim, die Biographien von Iranerinnen und Iranern und die Logik der Abschiebehaft. Im „Brennpunkt Schule“ steht das Bild der multikulturellen Schule zur Debatte, und hinter „Afrika an der Schule“ verbergen sich Untersuchungen zu den Vorstellungen, die Berliner Schülerinnen und Schüler vom afrikanischen Kontinent und seinen Bewohnerinnen und Bewohnern haben. Und schließlich wird in „Indianerlektüren“ nach der Rezeption von Indianerbüchern in der DDR und im Nationalsozialismus gefragt. Allen Beiträgen gemeinsam ist das Skizzierende ethnographischen Arbeitens, das Aspekte gesellschaftlichen Lebens zu einem bestimmten Zeitpunkt beschreibt und zu verstehen versucht. 150 S., 10.90 EUR, zurück zur Übersicht     Inhalte   Forschen am Rande Berlins Franziska Furrer: Auf immer fremd? Iranerinnen und Iraner in Berlin Elena Brandalise: „Hilton Hotel“. Bericht aus einem Obdachlosenheim Tönnies Bartesch: „Mann, wir sind eben Ghettokinder, da is’ det so!“ Jugendliche in Hohenschönhausen: ein Feldeinstieg Tobias Schwarz: Ethnographie der Abschiebehaft Brennpunkt Schule Franziska Becker: „Sprachlos bunt“. Das Bild der ,multikulturellen‘ Schule in der öffentlichen Debatte Afrika an der Schule Christiane Reichart-Burikukiye: Wo liegt Afrika? Das Afrikabild an Berliner Schulen Kathrin Houda: Afrikanische Frauen Sophie Sundermeyer: Der schwarze Körper Indianerlektüren Thomas Kramer: Winnetou und Adolf Hitler. Eine Rezension Thomas Kramer: Tecumseh und Toka-itho. Edle Wilde unter roten Brüdern    

Bilder vom Eigenen und Fremden. Biographische Interviews zu deutschen Identitäten

Welche nationalen Selbst- und Fremden-Bilder entwerfen Berliner und Berlinerinnen aus Ost und West in biographischen Interviews? Und wie sind diese durch eigene Erfahrungen in der Alltagswelt sowie durch tradierte Vorstellungen über nationale Identitäten beeinflußt? Die 12 Fallstudien zeigen, daß nationale Zuordnungen und Stereotypisierungen trotz des objektiven Bedeutungsverlustes des Nationalstaats das individuelle Selbstverständnis und die Wahrnehmung von Fremdheit weiterhin mitbestimmen. Allerdings zeigen die interviewten Deutschen, wie ihre Biographien und ihr Selbstkonzepte in Zeiten der Globalisierung zunehmend auch durch interkulturellen Austausch und Grenzüberschreitungen beeinflußt werden.  128 S., 15.90 EUR, zurück zur Übersicht   Inhalte   Irene Götz: Einleitung Beate Rätz Frau Jacob: „Kriegskind“ – „DDR-Kind“ – Identifikations(t)räume Christiane Reichart-Burikukiye Tabea: „Ein typisch deutsches Schicksal, aber im linken Bereich“ Eine sozialistische Familiensaga Alexandra Claus Dr. Weining: „Angepackt und wirklich die Trümmer weggeräumt“ Porträt einer deutschen Begegnung Sabine Klein Susanne: „Es müßte eine Insel geben, wo Unsereiner reingehört“ Selbstverortungen einer schwarzen Deutschen Sabine Imeri Alex: „Der Wandernde, der heute kommt und morgen bleibt“ Integration von Mobilitätserfahrungen in die biographische Erzählung Sanna Schondelmayer Filiz: „Ich will einfach leben“ Emanzipation von nationalen Zuordnungen Jens Watolla Amir: „Deutschland ist ein demokratisches Land“ Interkulturelle Vergleiche und Vermittlungsversuche Anne Michalczyk Arne: „Seine Identität spürt man nur im Ausland wirklich“ Reisen zum „wahren“ Leben Kerstin Pietsch Martina: „Ich such‘ mir halt für mich das Beste aus allem raus“ Multikultur in der Vorstellung einer Individualreisenden Martina Kneis Tim: Von Sachsen nach Berlin und zurück. Region als sozialer Beziehungs- und Erlebnisraum Elmar Haardt Melanie: Reicher Norden - armer Süden. Die Verknüpfung sozialer Aufstiegswünsche mit kulturellen Werturteilen Ewa Drewnowska „Das sind Klischees einfach, was ich hier erzähle“ Funktionen von Stereotypen in biographischen Interviews Eine Bildlegende: Visueller Spaziergang zwischen Bundeskanzleramt und Brandenburger Tor        

Objekte im Kontext. Museusmsgeschichte(n) - Forschungsgeschichte(n)

  96 S., 10.90 EUR   zurück zur Übersicht     Inhalte   Dagmar Neuland-Kitzerow: Vorwort Irene Ziehe: Kolloquiumsbericht. Objekte im Kontext. Museumsgeschichte(n) - Forschungsgeschichte(n) am 25. Oktober 1999 in Berlin Beiträge Wolfgang Jacobeit: Wissenschaftsgeschichtliche Überlegungen zu einem "Museum Europäischer Kulturen" Joachim Kallinich: Post-Histoire - Versuch einer Neuinterpretation Gitta Bötz: Kontaktbörse zwischen Ost und West. Begegnungen im Museum für Volkskunde. Elisabeth Tietmeyer: Tarnung oder Opportunismus? Der Berliner Museumsethnologe Kunz Dittmer im Nationalsozialismus. Ralf Wendt: Erfahrungen aus der jahrzehntelangen Praxis eines Volkskundlers aus Mecklenburg Dagmar Neuland-Kitzerow: Objekte im Kontext. Lernprozesse im Dialog Impressionen Berichte Hermann Heidrich: 30 Jahre "Arbeitsgruppe Sachkulturforschung und Museum" Franziska Becker: Der Sozialismus als Erinnerungsraum. Das Gesellschafts- und Alltagssystem als Gegenstand von Erinnerung und Gedächtnis Leonore Scholze-Irrlitz: Historische Museen - Ausstellungen und Zeitgeist Jane Redlin: Jugendfeier und Festkultur - ostalgisches Relikt oder zukunftsfähiges Fest? Elisabeth Fendl / Dagmar Neuland-Kitzerow: Neue Heimat Deutschland. Aspekte der Zuwanderung, Standortbildung, Akkulturation und emotionalen Bindung 1945-1960. Dieter Kramer: Nachhaltigkeit und kulturelles Erbe. Ein vorgeschlagenes EU-Projekt unter Beteiligung der GfE. Dagmar Neuland-Kitzerow: Bericht zur Mitgliederversammlung der GfE. Bibliographie. Schriften und Aufsätze von Erika Karasek (Tina Peschel)  

Karnevalisierung

Karneval und Maskierung, die Zurschaustellung von Differenz und das ausgelassene Feiern auf der Straße erleben gegenwärtig Konjunktur. Dabei schillert die "geordnete Unordnung" des Karnevals zwischen spielerischer Entgrenzung und grotesker Reglementierung, wilder Zwecklosigkeit und zwanghaft verplanter Ordnung, zwischen Subversion und Restauration, Kreativität und Konvention. In den hier versammelten Beiträgen bilden Erfahrungen auf dem Kölner und dem Reinhardts-dorfer Karneval, der spielerische Umgang mit Geschlechtsidentitäten beim Berliner Christo-pher Street Day, der neu initiierte Berliner Fastnachts-Umzug und der Venezianische Karne-val die Ausgangspunkte, um nach den Bedeutungen und der Attraktivität dieses Rituals in der Jetztzeit zu fragen. Denn offenbar wird dieses für immer neue soziale Gruppen attraktiv und kann immer wieder dynamisiert werden. Redaktion/Heftredaktion: Beate Binder, Falk Blask, Tatjana Eggeling, Dagmar-Neuland-Kitzerow, Victoria Schwenzer 113 S., 10.90 EUR   zurück zur Übersicht   Inhalt   Michi Knecht: "Who is carnivalizing whom?".Ethnologische Perspektiven auf neue Karnevalsformen Karneval - ein besonderes Forschungsfeld Cordula Mock: Ball International - ein ethnographischer Erlebnisbericht Stephanie Lührs / Jana Taube: Inszenierung des queer(en) im Kölner Karneval Natalie Buschhorn / Katrin Kessinger: "Im Sommer sind viel Fremde hier, im Winter aber feiern wir! Ratsch bumm bumm!" Von merkwürdigen Sitten und Bräuchen im Oberen Elbstromtal Karl Braun: Karnevalisierung des Geschlechts. Die Auflösung sexualbiologischer Sicherheit und die Inszenierbarkeit von Gender Franziska Becker: Karneval in Berlin. Invention of Tradition im städtischen Transformationsprozess Kathrin Adler: Masken im Museum. Versteckspiele mit Identitäten und Erklärungsansätzen Birgit Weichmann: Gesellschaftlicher Gleichmacher, staatlich verordnetes Verdrängen, touristische Saison und Fest für die Fremden: Zur Geschichte des venezianischen Karnevals Berichte Carnevale di Venezia - venezianische Kulturtage im Museum Europäischer Kulturen, Berlin Archiv Richard Beitl an der Berliner Humboldt-Universität eingerichtet Übergabe eines wissenschaftlichen Nachlasses

Brückenschlag per Sprache. Schreiben Denken Reden Lesen in der Universität

Die hier zusammengetragenen Artikel ranken sich um das wissenschaftliche Schreiben. Aus unterschiedlichen Perspektiven blicken sie in die Universität, sie spiegeln den Prozess des Schreibens ebenso wie die studentische Projektarbeit. Bei der Lektüre werden Sie das Geschehen einmal aus sicherer Distanz, ein anderes Mal aus unmittelbarer Nähe beobachten, um dann wiederum als unfreiwilliger Spion oder Komplize in die Ausein-andersetzung mit dem Feld hineingezogen zu werden. Der vorliegende Band wird Sie nicht allein informieren, sondern bietet Ihnen auch Reibungsfläche und Anregungen, selbst nach neuen Formen im schriftlichen Umgang mit wissenschaftlichen Themen zu suchen.   Redaktion/Heftredaktion: Andrea Kuserau, Hazel Rosenstrauch und Margarita Ruby   113 S., 10.90 EUR,     zurück zur Übersicht   Inhalt   Vorbemerkung Einführung I. Das Projekt Silke Brockmüller: "Things I Never Told You" Bärbel Flotzinger: Mädchenseufzer Indre Zetzsche: gemEINSAM Texten - Ein Angebot und was damit geschah Daniel Fröhlich/Petra Ziegler: Drei Bier und die Evaluierung einer empirischen Studie II. Kontext Maike Wander: Echo Martin Walter: Attention, please: Science goes public! Eine Rede Indre Zetzsche: Seifenblasen und Metaphern Nina Zank/Elin Schneevogt: Italienisch studieren III. Feldforschungen Indre Zetzsche: Performanz statt Transparenz? Wie ich fast als Kaninchen geendet wäre Andrea Kuserau: liebe k. ... Margarita Rubykempf: Gesang der Frösche IV. Handwerk kempf: Schreibtipps I Hazel Rosenstrauch: Schreibtipps II Elin Schneevogt: "Da beißt sich die Katze in den Schwanz" - Ein Gespräch V. Ausblick Margarita Ruby: Ein Brief Hazel Rosenstrauch: Weltgeist in der Steichholzschachtel Anett Bannicke/Re(d)aktion: Was Sie elektronisch finden können

Museum x - Zur Neuvermessung eines mehrdimensionalen Raumes

Welcher Logik folgen Museen? Ein Blick in den Museumsführer und der Weg durch die Ausstellungsräume scheint ausgemacht. MuseumX befragt aus ethnografischer Perspektive diese etablierte Logik und thematisiert die räumlichen Dimensionen des Musealen auch jenseits der Vitrinen. Vom Garten ins Café, durchs Schaudepot weiter in die Verwaltung, den Museumsshop und den Ausstellungssaal: Auf ungewohnten Routen lotet MuseumX einen klassischen Raum der Repräsentation neu aus. Die Beiträge erkunden das Museum als sozialen und kulturellen Raum, widmen sich den Aufmerksamkeitsstrukturen, Blickregimen und Materialitäten in verschiedenen Museumskontexten und fördern Zwischenräume und Brüche sowie das Unabgeschlossene und Alltägliche musealer Arbeit zutage.         Mit Beiträgen von Victoria Bishop Kendzia, Friedrich von Bose, Alexandra Bounia, Patricia Deuser, Diana Dressel, Udo Gößwald, Joachim Kallinich, Lisa Knüpfer, Lysette Laffin, Sharon Macdonald, Andrea Meza Torres, Jennie Morgan, Kerstin Poehls, Franka Schneider, Leonore Scholze-Irrlitz, Annett Schulze, Anthony Shelton und Elisabeth Tietmeyer. Inklusiv dem Film »Museumsaufsichten – Stehen zur Kunst« von Lysette Laffin auf DVD.         Panama Verlag 2011 160 S., Klappenbroschur, 16 x 23 cm ISSN 1434-0542 14,90 € (D), 15,50 € (A), 24,90 sFr

ich glaube | glaube ich. Religiöse Bekenntnisse und Lebensanschauungen

Das Thema Religion hat in letzter Zeit eine überraschende Renaissance erlebt. Doch über den persönlichen Glauben vieler Menschen wissen wir eher wenig. Dabei ist angesichts der Diskussionen, etwa über Islam und Islamismus, der Austausch und das Wissen über religiöse Werte und Vorstellungen in unserer pluralen Gesellschaft von eminenter Bedeutung. Dieser Band eröffnet daher Einblicke in die Glaubenswelten unterschiedlicher Religionen und stellt in prägnanten Kurztexten einige der 360 Glaubensgemeinschaften Berlins vor. Die Porträts führen dabei nicht nur in die Vielfalt der Weltanschauungen ein, sondern zeichnen auch ein differenziertes Bild religiöser Praktiken.   Mit Beiträgen von Falk Blask, Maria Dörpholz, Janina Findeisen, Franck Gelhausen, Tatjana Grundei, Aliki Kaiser, Dominik Scholl und Andrea Vetter. Inklusiv dem Hörfeature »Die fünf Sinne als Einfallstore für das Geheimnis der Religion« auf CD. 144 S., Klappenbroschur, 16 x 23 cm 14,90 € (D), 15,50 € (A), 24,90 sFr

Naturalismus | Konstruktivismus. Zur Produktivität einer Dichotomie

Spätestens zu Beginn des 20. Jahrhunderts etablierten sich die Geistes- und Sozialwissenschaften als philosophischreflexive Disziplinen gegenüber den evidenzbasierten Naturwissenschaften. Seitdem hat sich eine erkenntnistheoretische Dichotomie in den Wissenschaften etabliert: Naturalismus versus Konstruktivismus. Doch was bedeutet es heute, diese Positionen zu beziehen? Welche forschungspraktischen Konsequenzen ergeben sich daraus? Kann die Sozialanthropologie zwischen beiden Positionen vermitteln? Anhand von empirischen Studien verdeutlicht dieser Band, wie sowohl nicht-dichotomes Denken über Naturalismus und Konstruktivismus, als auch die Dichotomie selbst produktiv gemacht werden kann. 112 S., Klappenbroschur, 16 x 23 cm 14,90 € (D), 15,50 € (A), 24,90 sFr INHALT Tanja Bogusz und Estrid Sørensen Naturalismus | Konstruktivismus. Zur Produktivität einer Dichotomie – Einleitung Kerstin Palm Nature-Nuture-Debatte und Konstruktivismus-Realismus Streit | Fachspezifische Schauplätze um emanzipative Körpertheorien in den Gender Studies   Jörg Niewöhner The practice of the physician‘s understanding | Tinkering with Embedded bodies beyond naturalism and constructivism Mike Laufenberg Auf der Suche nach Wirklichkeit | Epistemologie, Ontologie und die Kritik des Konstruktivismus bei Bruno Latour Estrid Sørensen Performative representations | Accountability for knowledge – beyond naturalism and constructivism Caitlin Zaloom Habitus as Embodied Theory | Or a moment of reflexivity in the practice of science Emmanuel Désveaux Metaphorischer versus metonymischer Naturalismus Durkheim und Lévi-Strauss Tanja Bogusz Nicht Naturalismus – nicht Konstruktivismus | Wissenschaftstheoretische turns als Paradigmenjäger ABSTRACTS Tanja Bogusz und Estrid Sørensen Naturalismus | Konstruktivismus. Zur Produktivität einer Dichotomie – Einleitung Tanja Bogusz und Estrid Sørensen machen in ihrer Einleitung deutlich, wie die Naturalismus-Konstruktivismus-Dichotomie strukturierend in die akademische Wissenschaftslandschaft hinein wirkt und orientierend für spezifische erkenntnistheoretische und methodologische Analyseprinzipien wirkt. Die Herausgeberinnen arbeiten darin heraus, wie diese Konzepte auch das disziplinäre Selbstverständnis der Europäischen Ethnologie und der Sozial- und Kulturanthropologie prägen, und zeigen auf, wie diese Dichotomisierung zu überwinden ist.   Kerstin Palm Nature-Nuture-Debatte und Konstruktivismus-Realismus Streit | Fachspezifische Schauplätze um emanzipative Körpertheorien in den Gender Studies Kerstin Palm zeigt, warum  es nötig ist, die Verquickung der Nature-Nuture-Debatte mit dem Konstruktivismus-Realismus-Streit systematisch zu hinterfragen. In ihrem Artikel trennt sie die Argumente beider Diskursstränge voneinander und stellt der Gegenüberstellung von Körper und Konstruktion emanzipative Körpertheorien entgegen.   Jörg Niewöhner The practice of the physician‘s understanding | Tinkering with Embedded bodies beyond naturalism and constructivism Jörg Niewöhner führt in seiner an der Akteur-Netzwerk-Theorie orientierten Analyse aus, warum es sinnvoll ist, die medizinische Praxis und nicht die abstrakte Natur des medizinischen Verständnisses in den sozialanthropologischen Blick nehmen. Erst dadurch kann sich an Stelle der Idee eines »realen« Körpers die immer schon vorhandene Verschränkung von Körper und Sozialität entfalten.   Mike Laufenberg Auf der Suche nach Wirklichkeit | Epistemologie, Ontologie und die Kritik des Konstruktivismus bei Bruno Latour Mike Laufenberg unterzieht in seinem Beitrag Bruno Latours Konstruktivismuskritik einer kritischen Lektüre. Latours Kreuzzug gegen den Sozialkonstruktivismus und dessen Naturalismuskritik ist aus Laufenbergs Sicht auf einer strategischen Dämonisierung begründet: Latour verwechselt Konstruktivismus mit konstruktivistischem Jargon, und baut seine Kritik am Sozialkonstruktivismus auf letzterem auf.   Estrid Sørensen Performative representations | Accountability for knowledge – beyond naturalism and constructivism Estrid Sørensen wendet sich in ihrem Beitrag wissenschaftlichen Repräsentationen zu und debattiert die Naturalismus-Konstruktivismus-Dichotomie in ihrer Aktualisierung durch wissenschaftliche Darstellungen. Sie schlägt einen performativen Umgang mit Repräsentationen vor, den sie als alternativ zu sowohl naturalistischen wie auch konstruktivistischen Repräsentationen sieht.   Caitlin Zaloom Habitus as Embodied Theory | Or a moment of reflexivity in the practice of science Caitlin Zaloom beschreibt mit Bourdieus Analyseinstrumentarium, wie US-amerikanische Neuroeconomics-ForscherInnen nicht nur einem besonderen naturalistischen naturwissenschaftlichen Habitus folgen. In ihrem Bestreben, ihre Forschung bekannt zu machen, erzeugen sie selbst einen konstruktivistischen Blick auf ihre Forschung.   Emmanuel Désveaux Metaphorischer versus metonymischer Naturalismus Durkheim und Lévi-Strauss Emmanuel Désveaux eröffnet eine historisierende Perspektive auf die in diesem Band diskutierte Dichotomie. Er geht der Frage nach, wie es dazu kam, dass Claude Lévi-Strauss seinem Vorgänger Émile Durkheim – trotz offenkundiger Übereinstimmungen und der Nähe von Anthropologie zu Natur- und Lebenswissenschaften – so missgünstig gegenüber stand.   Tanja Bogusz Nicht Naturalismus – nicht Konstruktivismus | Wissenschaftstheoretische turns als Paradigmenjäger Tanja Bogusz greift eine von den Soziologen Thomas Scheffer und Robert Schmidt initiierte Diskussion um die Interdiziplinäritätsfähigkeit der Soziologie auf, und reflektiert diese anhand verschiedener wissenschaftstheoretischer und forschungspraktischer »Wenden« in der Soziologie, die maßgeblich auf Abgrenzungen von naturalistischen Prinzipien beruhten.

Ethnografisches Arbeiten in Berlin: wissenschaftsgeschichtliche Annäherung

Ein halbes Jahrhundert ethnographischen Arbeitens in Berlin wird hier zum ethnologischen Feld. Thematisiert werden vor allem Abschiede und Neuanfänge in den theoretischen Konzepten, die eng mit den subjektiven Lebenserfahrungen der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verbunden sind. Wie reagiert Wissenschaft auf Grenzsituationen, die durch Zäsuren wie 1945 und 1989 entstehen? Eine besondere Perspektive auf lebendige Wissenschaftsgeschichte entsteht durch die Innensicht der Beteiligten. Diese macht die Untersuchung anregend, zugleich aber auch schwierig. Denn distanzierte Blicke aufzubauen, wenn man im engeren und weiteren Sinne beteiligt war und ist, braucht viel Reflektion. Wie gelingt es, das vertraute Feld fremd zu sehen? Anregend, kritisch, subjektiv - aber in jedem Fall fragend - blicken die Beitragenden gleichermaßen auf Fachgeschichte und gesellschaftliche Prozesse in den vergangenen 50 Jahren. 160 S., 9.90 EU   zurück zur Übersicht   Inhalt Martina Krause, Dagmar Neuland-Kitzerow, Karoline Noack Einleitung: Ethnographisches Arbeiten in Berlin. Wissenschaftsgeschichtliche Annäherungen Ethnologisches Denken in gesellschaftlichen Spannungsfeldern Wolfgang Kaschuba Splitter, Facetten, Erinnerungen: Versuch einer subjektiven Bestandsaufnahme Petra Weckel Zwischen Arrangement und Konfrontation: Wihelm Fraenger und die Kulturwissenschaft als Gegengeschichte Martina Krause, Karoline Noack Der Berliner Königsweg? Von der Völkerkunde zur Ethnographie an der Humboldt-Universität zu Berlin Martin Walde "Sorbisch? Oh welch ein Unglück!" Zur Problematik des Verhältnisses von Mehrheiten und Minderheiten am Beispiel Deutscher und Sorben aus der Sicht eines sorbischen Volkskundlers Annette Schneider Lebensweise in der Magdeburger Börde. Auf den Spuren eines Projekts der Akademie der Wissenschaften Monika Wolf Projekte, Fragebögen, Fotos, Wissenschaftler. Neue Fragen an alte Materialien - Anmerkungen zum Archiv der Landesstelle für Berlin-Brandenburgische Volkskunde Museumsarbeit im Wandel Elisabeth Tietmeyer Wie gegenwartsorientiert können ethnologische Museen Kulturen der Welt darstellen? Sigrid Jacobeit KZ-Gedenkstätten als nationale Erinnerungsorte: Zwischen Ritualisierung und Musealisierung Ulrike Köpp Heimat DDR. Im Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands Gesine Kröhnert "Die Ruhe im Sturm". Vermeidung von Glecihgewichtsstörungen im Fahrwasser kommunaler Kulturpolitik - Blickpunkt Mecklenburgisches Volkskundemuseum Schwerin Katharina Kreschel Alltagskultur im Museum. Zur ethnographischen Arbeit am Museum Brandenburg von 1970 bis 1997 Ethnographisches Erinnern von Zeitzeugen Ursula Thiemer-Sachse Ursula Schlenther (1919-1979) - eine Wissenschaftlerin in ihrer Zeit Irene Ziehe Zwischen Praxis, Lehre und Forschung. Das Fernstudium Ethnographie an der Humboldt-Universität zu Berlin aus der Persepktive einer ehemaligen Fernstudentin Berichte und Mitteilungen Katrin Bialek, Victoria Schwenzer Verbleibsstudie des Instituts für Europäische Ethnologie  Zum Gedenken an Dr. sc. Rudolf Weinhold  

Samenbanken – Samenspender. Ethnographische und historische Perspektiven auf Männlichkeiten in der Reproduktionsmedizin

Samenbanken markieren offensichtlicher als andere Institutionen im Bereich assistierter Reproduktion eine „Kommerzialisierung von Fortpflanzung“. Die Spermien junger Männer werden gesammelt, in ihrer Morphologie, Beweglichkeit und Qualität bestimmt, auf Krankheiten getestet, in tief gefrorenem Zustand gelagert und nach bestimmten Regeln verkauft und weitergegeben. Männlicher Samen ist damit zu einem Prototyp kommodifizierbarer Körpersubstanzen geworden. Doch wie verändert die medizinisch-diagnostische Klassifikation von Samen Männlichkeitsbilder und Selbstkonzepte? Wie prägen spezifische Muster der Nachfrage, ethische Debatten und rechtliche Regulierungen die Vorstellung einer qualitativ guten Samenspende? Und welche Ideen von Männlichkeit und Vaterschaft, Rationalität und Verantwortung entstehen dabei? Die Beiträge dieses Buches nutzen historische und ethnographische Zugänge, um zu zeigen, wie sich in der Samenspende moralische, kommerzielle und soziale Ökonomien verbinden und dabei Widersprüche erzeugen. Im Zentrum des Interesses steht der Zusammenhang von Männlichkeiten und Reproduktionstechnologien, der in Bezug auf das Selbstverständnis von Spendern untersucht wird, aber auch in den Regulationspraktiken von Samenbanken, in den Bildern, die lesbische Frauen von Samenspendern entwerfen sowie in Medienrepräsentationen. Inhalt: Michi Knecht Ethnographische und historische Zugänge zu Samenbanken und Samenspendern. Eine Einleitung Anna Frederike Heinitz und Rickmer Roscher The Making of German Sperm. Überlegungen zum Zusammenhang von Spermakonservierung, Männlichkeiten und Nationalsozialismus Kristina Schneider Das öffentliche Bild des Samenspenders in Fernsehserien und im Film Katja Baumeister-Frenzel, Michi Knecht, Markus Langenstraß und Matthias Schöbe Gespräche mit Spendern Anna Hartung, Sebastian Mohr und Sylvi Paulick Wenn Liebe Früchte trägt. Männlichkeiten und Normierungen als Aushandlungsprozesse lesbischer Familienplanung mit Samenspende Scout Burghardt und Kerstin Tote Zwischen Risikovermeidung, Normalisierung und Markt. Spenderauswahl und matching in Samenbanken Michi Knecht Reflexive Bioökonomisierung. Werteproduktion in einer Samenbank Sebastian Mohr Viking Sperm – Der Stoff, aus dem die Träume sind. Eine Reportage Literaturverzeichnis Abbildungsverzeichnis

gender_queer ethnografisch. Ausschnitte einer Schnittmenge

Was haben Geschlechterinszenierungen um 1900 mit der heutigen Situation polnischer Putzfrauen zu tun? Was S/M- praktizierende Christ_innen in Berlin mit lesbischen Künstler_innen in Rumänien? Was Normierungsprozesse im lesbisch-schwulen Polen mit Praktiken der akademischen Wissensproduktion? Thematisch vielfältig zeigen die Autor_ innen, wie sich europäisch ethnologisches Arbeiten mit Gender Studies, feministischer Forschung und Queer Studies verbindet. Damit gehen die Beiträge in gender_ queer ethnografisch den Dynamiken einer etablierten und doch nicht selbstverständlichen Schnittmenge nach und laden zu weiteren Diskussionen und Theoretisierungen der ethnografischen Analyse von Geschlecht und Sexualitäten ein. 174 S., Klappenbroschur, 16 x 23 cm ISSN 1434-0542, ISBN 978-3-938714-15-7 14,90 € (D), 15,50 € (A), 24,90 sFr Erhältlich im Buchhandel oder direkt auf unserer Homepage http://www.panama-verlag.de/programm/ Inhalt Beate Binder Editorial Katrin Amelang, Beate Binder, Anika Keinz und Sebastian Mohr gender_queer ethnografisch | Ein Gespräch Katrin Ebell Grenzen der Emanzipation | Überlegungen zwischen Empirie, feministischer Theorie und politischer Intervention am Beispiel der bezahlten Haushaltsarbeit Ute Frings-Merck »...dann wäre ich total aufgeschmissen« | Transnationalisierte Dienstleistungen und Ethnisierungen am Beispiel des informellen Hausarbeitsverhältnisses von Deutschen und Polinnen Andreas Heilmann Praxen des homosexuellen Outings und die Konstruktion von Männlichkeit | Versuch eines Vergleiches der sozialen Felder Politik und Fußball Anika Keinz Der post-emanzipatorische Klappenverfall oder Queering Poland Katharina Koch Zwischen Alltag und Utopie | Positionen junger Künstlerinnen in Rumänien Richard Joseph Martin »Matter out of Place?« | Fieldwork with the Arbeitskreis SM und Christsein Sebastian Mohr Sexuelle Verunsicherung | Anmerkungen zur Methodik und Praxis in der Europäischen Ethnologie Nurhak Polat Zurückgeblieben | Auswirkungen männlicher Arbeitsmigration auf die Geschlechterverhältnisse in einem türkischen Dorf Ursula Seer »Dann bist du wieder ein ganz normales Mädchen« | Embodiment und Subjektivität in Intersexgeschichten Markus Ulrich »Man kann es nicht erkennen!« – oder: Ist Homophobie Trans*Phobie? Friedrich von Bose Fenster der Großstadt | Geschlechterinszenierungen im Schaufenster um 1900 Abstracts Katrin Amelang, Beate Binder, Anika Keinz und Sebastian Mohr gender_queer ethnografisch | Ein Gespräch In einem Gespräch zeigen die Herausgeber_innen die Verbindungslinien zwischen den Beiträgen auf, machen aber auch auf Unterschiede aufmerksam. Sie loten dabei die Dimensionen der Schnittmenge zwischen Europäischer Ethnologie, Gender Studies, feministische und Queer Forschung aus. Katrin Ebell Grenzen der Emanzipation | Überlegungen zwischen Empirie, feministischer Theorie und politischer Intervention am Beispiel der bezahlten Haushaltsarbeit Der Arbeitsplatz Haushalt/Zuhause steht in dem Beitrag von Katrin Ebell im Zentrum: Sie untersucht auf der Basis ethnografischer Interviews die Auseinandersetzungen dreier Frauen mit ihrer Rolle als Arbeitgeberinnen im komplexen Gefüge geschlechtsspezifischer Organisation von Haushaltsarbeit, informeller Beschäftigungsverhältnisse, globaler Migrationsregime und spezifischer Handlungsspielräume. Ihre Analyse macht gesellschaftliche Ungleichheitsverhältnisse sowie die Grenzen der Emanzipation sichtbar und thematisiert damit die politischen Dimensionen wie Widersprüche bezahlter Haushaltsarbeit. Ute Frings-Merck »...dann wäre ich total aufgeschmissen« | Transnationalisierte Dienstleistungen und Ethnisierungen am Beispiel des informellen Hausarbeitsverhältnisses von Deutschen und Polinnen Soziale und ökonomische Asymmetrien bezahlter, informeller Haushaltsarbeit untersucht auch Ute Frings-Merck. Anhand der Erzählungen deutscher Arbeitgeberinnen und polnischer Haushaltsarbeiterinnen verfolgt sie, wie diese ihre Beziehungen innerhalb des informellen Arbeitsverhältnisses aushandeln. Sie macht deutlich, wie hierfür Differenzen und Stereotypisierungen sowie auch Vorstellungen von Vertrauen und Komplizenschaft genutzt werden. Dabei kann sie zeigen, wie die Differenzkategorien Geschlecht, Klasse und Ethnizität zusammenwirken. Andreas Heilmann Praxen des homosexuellen Outings und die Konstruktion von Männlichkeit | Versuch eines Vergleiches der sozialen Felder Politik und Fußball »Warum gibt es in der Fußballwelt noch keinen Wowereit?«, fragt Andreas Heilmann am Anfang seines Artikels, in dem er mediale Coming-Out-Praktiken und Männlichkeitskonstruktionen in Politik und Fußball kontrastiert. Für eine Beantwortung der Frage zieht er Berichte in den Massenmedien heran und arbeitet mit einer praxeologisch-feldanalytischen Perspektive die jeweils spezifischen Strukturbedingungen der beiden sozialen Felder Sport und Politik heraus, die das homosexuelle Outing von Prominenten verhindern bzw. zulassen. Anika Keinz Der post-emanzipatorische Klappenverfall oder Queering Poland Ausgangspunkt von Anika Keinz‘ Ausführungen zu (homo-)normativen Prozessen und (Un-)Angepasstheiten im postsozialistischen Polen ist der ethnographisch anmutende Roman »Lubiewo« von Michal Witkowski. Diesen befragt  sie danach, wie »Osten« und »Westen« zeiträumlich/raumzeitlich sexualisiert werden und wie dabei ein bestimmter Typus Homosexueller in Imaginationen vom Westen eingebettet und mit Vorstellungen von Fortschritt, Freiheit und Moderne verknüpft wird. Deutlich wird, wie auf diese Weise Normalität sowie auch ein hierarchisches Verhältnis zwischen Ost- und West-Europa stabilisiert wird. Katharina Koch Zwischen Alltag und Utopie | Positionen junger Künstlerinnen in Rumänien Katharina Koch hat junge Künstlerinnen in Rumänien begleitet und ihre Arbeitsalltage, Selbstverständnisse und Kunstpositionen hinsichtlich der Konstruktion von Geschlecht befragt. Was von außen paradox erscheinen mag, verbindet sich für die jungen Frauen zu einem eigenen Selbstverständnis. Eingebettet in ein ambivalentes Verhältnis zum Feminismus, entwickeln sie vor dem Hintergrund ihrer biografischen Erfahrungen und im Kontext rumänischer Transformations- und Europäisierungsprozesse eigene Perspektiven und Interpretationsangebote. Richard Joseph Martin »Matter out of Place?« | Fieldwork with the Arbeitskreis SM und Christsein Ein Arbeitskreis gleichzeitig christliche Religion und SM praktizierender Menschen sorgte bei Richard Joseph Martin für ethnografische Fragezeichen: Wie passen sexuelle und religiöse Identitäten zusammen? Aufschluss gaben ihm die Diskussionen innerhalb der Gruppe, deren Anstrengungen, was nicht zusammenpasst zu verbinden, er als Aushandlungsprozess von Unvereinbarkeiten und Möglichkeiten, Klassifikationen und letztlich Zugehörigkeiten beschreibt. Sebastian Mohr Sexuelle Verunsicherung | Anmerkungen zur Methodik und Praxis in der Europäischen Ethnologie In diesem Beitrag reflektiert Sebastian Mohr seine Forschungserfahrungen, die er im Rahmen seiner Magisterarbeit zur wissenschaftlichen Verhandlung von Homosexualität in der DDR gemacht hat. Er stellt dar, wie in Forschungsinteraktionen Vorstellungen und Erfahrungen mit Homosexualität ausgehandelt werden. Deutlich wird, welche Bedeutung der Kategorie Sexualität im gesamten Forschungsprozess zukommt. Nurhak Polat Zurückgeblieben | Auswirkungen männlicher Arbeitsmigration auf die Geschlechterverhältnisse in einem türkischen Dorf Welche Auswirkungen hat männliche Arbeitsmigration auf die Geschlechterverhältnisse? Dieser Frage geht Nurhak Polat am Beispiel eines anatolischen Dorfes nach, indem sie die Praktiken des doing gender beschreibt. Deutlich wird, dass die Abwesenheit der Männer nicht zu einer Umstrukturierung führt, dennoch aber einen Positionswechsel der Frauen in dem patriarchalen Gefüge zur Folge hat. Ursula Seer »Dann bist du wieder ein ganz normales Mädchen« | Embodiment und Subjektivität in Intersexgeschichten Während aus ärztlicher Perspektive biologische Geschlechtervariationen als »Laune der Natur« gehandelt werden, untersucht Ursula Seer in ihrem Beitrag, wie Intersexualität erfahren und über die Zeit hinweg gelebt wird. Sie zeigt anhand von Gesprächen mit Intersexpersonen, wie das Zwischen den Geschlechtern-Sein zu einer Leiberfahrung wird: Die Folge von spezifischen Behandlungen und chirurgischen Eingriffen schreibt sich in den Körper ein, der zum Aufbewahrungsort der schmerzhaften Erfahrungen und damit der persönlichen Intersexgeschichte wird. Die Erzählungen über die gelebte Erfahrung der Geschlechtervarianz verweisen damit auf die Grenzen der Normalisierung. Markus Ulrich »Man kann es nicht erkennen!« – oder: Ist Homophobie Trans*Phobie? Ein Aufklärungsprojekt über nicht heteronormative Lebensweisen, das in Schulen Bildungsangebote zu lesbischen, schwulen, bi- und transsexuellen Lebensweisen anbietet, ist der Ort, an dem Markus Ulrich geforscht hat. Ihn interessierte, wie die Team-Mitarbeiter über Schwulsein informieren und dabei zugleich stereotype Bilder und Vorstellungen zu unterlaufen suchen. Dies führt auch zu dem Paradox, dass sie sich von Schwulen distanzieren, denen man »es« ansieht, um die Vielfalt unter schwulen Männern aufzuzeigen. Friedrich von Bose Fenster der Großstadt | Geschlechterinszenierungen im Schaufenster um 1900 Der letzte Beitrag führt in die Welt des Berliner Warenhauses um 1900: Friedrich von Bose zeigt, wie in Schaufenster-Inszenierungen und Warenpräsentationen Bedeutungen von Geschlecht, Rasse und sozialer Schicht miteinander verwoben wurden. Deutlich wird, dass die Inszenierungspraxen mit zeitgenössischen Diskursen um Geschlecht einhergehen: Die Darstellungen wie auch die Waren selbst sind sexuell aufgeladen und beinhalten klassenspezifische und rassifizierte Konnotationen. Eingebettet in Bemühungen, zum guten Geschmack zu erziehen, wird im Warenhaus ein Sehen von Differenzen eingeübt.

Akteure – Praxen – Theorien. Der Ethnografin Ute Mohrmann zum siebzigsten Geburtstag

Der vorliegende Sammelband vereint Beiträge erfahrener kulturwissenschaftlicher Fachleute aus unterschiedlichen institutionellen und Forschungszusammenhängen, die anlässlich eines Kolloquiums zum siebzigsten Geburtstag von Ute Mohrmann am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin entstanden sind. Es geht darin – mal wissenschaftshistorisch unvermittelt, mal gegenständlich verpackt – um Annäherungen an eine „unbekannte Schöne“: an die Kultur- und Alltagsgeschichtsforschung in der DDR. Die Aufsätze thematisieren deren Phänomene und Probleme, ihre Beschränkungen und Beschränktheiten, aber auch Leistungen und Erfolge. Die Darstellung einer konkreten akademischen Alltagswelt entlang biografischer Eigenheiten und in spezieller zeithistorischer Rahmung zeigt interessante Entstehungskontexte von Wissen und schafft Grundlagen zum besseren Verständnis der Gegenwart.   Inhalt Wolfgang Kaschuba Vorwort Martin Scharfe Unwetter im Riesengebirge. Ludwig Richter malt ein Programmbild kulturellen Umbruchs Hans Dieter Kubitscheck Die Entwicklung der Regionalwissenschaften in der DDR und ihr Verhältnis zur Orientalistik und Völkerkunde Wolfgang Jacobeit Das Fernstudium. Eine Innovation in der volkskundlichen Lehre des „Bereiches Ethnographie“ an der Humboldt-Universität zu Berlin Katharina Kreschel Zum Praxisbezug volkskundlicher Lehre und Forschung. Autobiografi sche Erinnerungen einer Fernstudentin Erika Karasek Vom Museum für Deutsche Volkskunde zum Museum Europäischer Kulturen. Die wechselvolle Geschichte eines Museums zwischen 1945 und 1999 Hans-Jürgen Rach Die Untersuchungen in der Magdeburger Börde. Eine Erinnerung Dagmar Neuland-Kitzerow Idee Laienkunst. Künstlerische Kreativität im Alltag als Forschungsfeld der Ethnografie Leonore Scholze-Irrlitz Forschendes Lernen in der ethnografi sch-ethnologischen Ausbildung an der Berliner Humboldt-Universität zwischen 1950 und 1990 Dieter Kramer Laienkultur und Brauchtum in der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland 2006/2007“ Anhang: Verzeichnis der Schriften von Ute Mohrmann Autorinnen und Autoren  

Nahwelten - Tiergarten-Süd, Berlin. Zur Produktion von Lokalität in einer spätmodernen Stadt

208 S., 15.90 EUR; 24 cm,   zurück zur Übersicht   Inhalt Beate Binder Nahwelten - Zur Produktion von Lokalität in der spätmodernen Stadt. Einleitung Freya Elsweiler, Judith Wellen "Geduldetes Miteinander". Praxen der Raumaneignung am Magdeburger Platz Robert Schneider, Marie-Christine Stavermann Machträume in der Genthiner Straße Tobias Timm Die nahe weite Welt des Grand Hotels Esplanade Susen Döbel, Kathrin Möller, Eva Wolfangel "Es ist kein Treffpunkt, aber...". Der Minimarkt am Magdeburger Platz Julia Dilger, Steffi Holz Einblicke - Ausblicke. Eine Hausgemeinschaft in Tiergarten-Süd Marcus Lohse Lauter Müll. Auf der Suche nach dem konstruierten Dorf Anna Verena Münch Standpunkte. Erzählungen vom Wohnen Gesa Kather Kulturelle Übersetzer Zu den sozialen Welten von Mitgliedern einer interkulturellen Arbeitsgemeinschaft Markus Laube StadtbürgerInnen zwischen Einkaufstüte, Hausaufgaben und Engagement. Ein lokalpolitisches Experiment mit Folgen? Markus Speidel Auf Augenhöhe? Ein Quartiersmanager in Tiergarten-Süd Lydia Hasselbach Integrationsarbeit. Entwürfe und Reflexionen zwischen Ideal und Wirklichkeit Katja Geulen Kunst und Cappuccino. Imagearbeit für die Potsdamer Straße Christine Nippe "Street dreams are made of this". Die Potsdamer Straße - Imaginationen eines Stadtraums

Europa an der Grenze. Ost Odra West Oder

Noch vor 14 Jahren lag Brandenburg "im Osten" - genauso wie seine Nachbarstaaten Polen und die Tschecheslowakei. Dann, nur ein Jahr später, war Brandenburg plötzlich "im Westen" angekommen, während seine Nachbarn immer noch "im Osten" waren. Ab dem Jahr 2004 sind nun alle gemeinsam - ja wo eigenlich: Im Westen? Im Osten? In der Mitte Europas? Vorurteile und falsche Vorstellungen können am besten abgebaut werden, wenn man sich selber ein Bild von dem jeweils Anderen macht. Es ist wichtig, dass ein gegenseitiger Prozess des Kennenlernens stattfindet. Das vorliegende Forschungs- und Ausstellungsprojekt, das sich die deutsch-polnische Grenzregion zwischen Prenzlau und Stettin zum Gegenstand gemacht hat, versucht solch ein Kennenlernen. Deutsche und polnische Studenten haben sich aufgemacht, um selber zu erfahren, wie die Realität diesseits und jenseits der Grenze aussieht. Sicherlich ist die Grenze noch sichtbar. Auch die noch vorhandenen Grenzen in den Köpfen der Menschen verstellen oft das Bild auf die gemeinsame Zukunft. Zu hoffen ist aber, dass diese geistigen Grenzen genauso schnell fallen werden wie die geographischen, so dass die trennenden Elemente dem Band der Gemeinschaft weichen. 153 S. : graph. Darst. ; 24 cm, kart., 9,90 EUR   zurück zur Übersicht   Inhalt Günter Verheugen: Geleitwort Falk Blask, Wolfgang Kaschuba: Vorwort EUROREGION. WAS IST DAS? Sibylle Geffke: Pomerania. Eine Region sucht ihren Weg Claudia Mitev: Krückstock und Herztropfen. Was bewegt die Menschen in der Euroregion Pomerania? VON UMBRÜCHEN Katrin Rothe: Wege nach dem Krieg. Ein Porträt von Gertraud Banowski Elène Babayan: Vergangenheit als Gegenwart Katharina Stein: »Pommern gehört uns auch.« Eine Vertriebene erzählt Sanna Schondelmayer: »Wichtig ist nicht, ob ich Pole oder Berliner bin. Ich bin Musiker!« IM GRÜNEN BEREICH Tobias Schwarz: Ein Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts Jens Wietschorke: Bienenwachs und Paragraphen. Der Bundesausgrenzschutz und das »Haus Deutschland« FREMD IM LAND Vera Pohl: Die im Dunkeln sieht man nicht!? Katja Grote: Heimliche Existenzen. Im Schatten der Großstadt Berlin Grit Staroste: Berlin ist meine Stadt. Polnisches Leben in einer deutschen Metropole Natalie Buschhorn, Ilka Lorenzen: Mal ehrlich, ich bin fast 30! NATUR GANZ NATÜRLICH? Andrej Götze: LPG und Elche: Ein Ethnologe im Nationalpark Annett Polk: Natur ohne Mensch? Stephan Haufe: Frühstück mit Folgen WANDEL IM HANDEL Volker Janke: Hinterpommern. Gelobtes Land der Kartoffelzüchtung Robert Lorenz: Von Schiffen, Häfen und Hoffnungen. Drei Gespräche über Perspektiven der Binnenschifffahrt Barbara Lemberger: Ansichten eines Hauses UNTER INSULANERN Coleen Clement: »Es ist ja eigentlich ein gegenseitiges Ausnutzen.« Grenz-Blicke in Ahlbeck Alina Fedoryszyn: »Wie siamesische Zwillinge«. Deutsch-polnische Kontakte auf Usedom WAS IHR WOLLT ... Dana Mosemann, Berit Petzsch: Die Kunst kann den Rahmen geben Katrin Kessinger: Willkommen Euch! GRENZERKUNDUNGEN Vera Pohl, Tobias Schwarz, Jens Wietschorke: Die Grenze im Blick Coleen Clement, Barbara Lemberger: Grenzblicke aus Ahlbeck. Zwischen Erinnerung und Vision LAND UND ... Robert Lorenz: Kanalfahrt. Ein Reisebericht in Bildern Andrej Götze: Unteres Odertal. Der Konflikt um den Nationalpark ... LEUTE Katja Grote, Grit Staroste: Das polnische Berlin Ilka Lorenzen: Monika Avanzato und Agneszka Proporska. Zwei Porträts

Soziale Brennpunkte sehen? Möglichkeiten und Grenzen des "ethnologischen Auges"

"Soziale Brennpunkte" - damit sind Bilder von heruntergekommenen Stadtvierteln, hohen Kriminalitätsraten und Verwahrlosung verbunden. Doch wie leben Menschen in den so genannten Problemkiezen Berlins? Dieser Frage gehen die ethnographischen Studien dieses Bandes nach. Die Beiträge zeigen unterschiedliche soziale Milieus, beschreiben alltägliche Handlungsstrategien und Wahrnehmungsmuster von Menschen, die in solchen "sozialen Brennpunkten" der Stadt leben. Zusammen können sie als ein besonderer Stadtführer gelesen werden, der vom Reuterplatz in Neukölln über Friedrichshain, Prenzlauer Berg und Kreuzberg zum Potsdamer Platz führt. Die Leserinnen und Leser werden eingeladen dem nachfolgenden ethnographischen Blick auf die sozialen Probleme dieser Stadt zu folgen. 153 S. : graph. Darst. ; 24 cm kart. zurück zur Übersicht   Inhalt Peter Niedermüller Einleitung Anne-Kathrin Will Von den Tücken der Beobachtung Katja Bartholmeß, Claudia Noack Soziale Brennpunkte sehen? Möglichkeiten und Grenzen des „ethnologischen Auges“: Eine Skizze Silke Meth Aufwertung erwünscht. Gentrifizierung in Friedrichshain Berit Schärf Gegen den Strom wohnen. Eine politische Lebensform Dörte Tarnick, Tom Rindler Kneipenmeile und sonst nichts. Die einseitige Inszenierung der Simon-Dach-Straße Maija Julius, Hans Reichelt Ein Kiez geht auf den Flohmarkt. Der Boxhagener Platz als Erlebnis- und Kommunikationsraum Bianka Krüger, Kerstin Poehls Im Schatten der Szene: Senioren in Friedrichshain Ursula Seer Wo sollen sie denn hin? Ausgrenzungsprozesse im „sozialen Brennpunkt“ Helmholtzplatz Anne-Kathrin Will Von schönen Worten zur traurigen Realität Anna Cordes, Tilla Birkholz „Freiräume finden...“ – Raumwahrnehmung und Handlungsstrategien türkischer Frauen in Kreuzberg Alexandra von Barsewisch, Blanka Koffer Living in Potsdamer Platz – das Leben in einer Hochglanzbroschüre

Die Zivilisierung der urbanen Nomaden. Henry Mayhew, die Armen von London und die Modernisierung der Lebensformen

Mit eigenem Jargon, Ehrenkodex und habituellen Stil bildeten die Costermonger, Straßenhändler in Obst und Gemüse, eine städtische Subkultur im viktorianischen London. Vor allem aus Henry Mayhews monumentalem Werk „London Labour and the London Poor“ sind uns die „Costers“ heute vertraut. Der vorliegende Band stellt Forscher und Erforschte in den Kontext der gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüche der Zeit, der beschleunigten Urbanisierung, der Herausbildung neuer Institutionen und Organe, und nicht zuletzt der Formulierung eines zivilisierenden Programms, das der politischen Gefährdung durch Moralisierung der Armen beizukommen suchte. Die Autorinnen und Autoren widmen sich dem Wandel von Volkskultur und Wissenschaft, Stadt und Stil. 121 S. : Ill. ; 24 cm, kart. : EUR 9.90   zurück zur Übersicht   Inhalt Moritz Ege und Rolf Lindner Vorwort Rolf Lindner Henry Mayhew, Stadtethnograph Thomas Bürk-Matsunami The Great World of London oder: Mister Mayhew meets Monster Metropolis Moritz Ege Von Königin bis Katzendieb. Klassen und Rassen in Henry Mayhews Taxonomie von Arbeit und Armut in London Nora Bauer, Antje Mißbach, Claudia Remmele, Nele Schlüter, Kathi Woitas Vom Charakter der Details. Henry Mayhews Costermonger als Proto-Subkultur Peter Eichhorn Neue Regeln – Neue Rebellen. Die Londoner Costermonger zwischen Polizeiordnung und Chartismus Katrin Bosshard, Thomas Goetz Städtisches Vergnügen im Zeichen der Neuordnung. London und die Costermonger im Prozeß des Übergangs, 1830-1870

Menschenbild und Volksgesicht. Positionen zur Porträtfotografie im Nationalsozialismus

Fotografien aus der Zeit des Nationalsozialismus sind allgegenwärtig. Sie sollen beweisen, dokumentieren, überzeugen. Meist handelt es sich um Propagandabilder der Nationalsozialisten, es sind Bilder von Aufmärschen und Kundgebungen, vom Krieg, aus den Konzentrationslagern. Sind das die Bilder des Nationalsozialismus? Und was sind nationalsozialistische Bilder überhaupt? Zählt die volkskundliche Fotografie jenseits der „unpolitischen“ Themen (Brauchtum, Feste etc.), zählen vor allem Porträtaufnahmen zur Kategorie „NS-Fotografie? Und wenn ja, welche Bedeutung hatte sie in der visuellen Kultur jener Zeit? Am Beispiel der Fotografin Erna Lendvai-Dircksen und anhand ihrer weitverbreiteten Bildbände, insbesondere ihrer nach Regionen aufgeteilten Publikations-serie „Das Deutsche Volksgesicht“, sollte im dreisemestrigen Studienprojekt gefragt werden: Was versteht man unter „Menschenbild“ und „Volksgesicht“? Welchen sozialen, kulturellen, politischen Sprengstoff bergen diese Begriffe, und was wird aus den fotografischen Aufnahmen, je nachdem, welcher textlich-ideologische „Mantel“ ihnen übergeworfen, ja übergestülpt wird? 243 S. : Ill. ; 24 cm, kart. : EUR 9.90   zurück zur Übersicht    

Aufbruch im Umbruch - Das Dorf Brodowin zwischen Ökologie und Ökonomie

Bevölkerungsrückgang und Arbeitslosigkeit, Lebensmittelskandale oder die Frage nach dem Einsatz von ausländischen Erntehelfern statt einheimischen Ein-Euro-Jobbern in der Landwirtschaft bestimmen die Debatte über Land und Landwirtschaft in den verschiedenen Medien. Dorf und ländlicher Raum sowie Landwirtschaft selber allerdings spielen in der öffentlichen Diskussion eine eigentümlich reduzierte Rolle. Wenn es dann noch um die ländliche Entwicklung in Ostdeutschland geht, wird in Presse und Fernsehen oft lediglich ein negativer Entwicklungstrend vermittelt. Blickt man jedoch deutlicher hin, zeigen sich neben problematischen Arbeitsund Lebensverhältnissen auch funktionierende Betriebe in der Landwirtschaft und Dörfer, die vom Zuzug gekennzeichnet sind. Eines dieser Dörfer – Brodowin – beherbergt einen ökologischen Landwirtschaftsbetrieb, der mit 1250 ha einer der größten in Deutschland ist. Unter dem Thema „Zwischen Ökonomie und Ökologie. Zum Problem der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft: Das Beispiel Ökodorf Brodowin“ galt unser Interesse der Frage, ob das idyllische, mit ökologischem Anspruch gepaarte Bild von der gelungenen „Wende“ auf dem Land die tatsächliche Realität des „Ökodorfes“ widerspiegelt und ob Elemente davon für die Entwicklung anderer Orte im ländlichen Raum genutzt werden können.   zurück zur Übersicht   Inhalt Leonore Scholze-Irrlitz Einleitung Tino Kotte Das Dorf als Bild. Zuschreibungen an den ländlichen Raum Sonja Thiede, André Hammelmann Die Arbeitslosen von Brodowin Isabel Janke Arbeits- und Lebenssituationen von Frauen im ländlichen Raum vor und nach der Wende - Das Beispiel Brodowin Sonja Geßner und Mareike Driller Die Bedeutung des Demeterhofes und der biodynamischen Wirtschaftsweise für das Dorf Brodowin Nicole Möhle Eine Dorfgesellschaft im Umbruchsprozess. Das ostdeutsche Dorf Brodowin Laurin Dietrich, Roland Ibold, Melanie Stilz Jugend in Brodowin Ariane Hofstetter Brodowin: Tourismuskonzepte zwischen Ökologie und Ökonomie Judith Krohn, Katrin Weigel Der Biohof Brodowin im Spannungsfeld von Ökonomie und Ökologie

Ein Dorf voller Narren - Karneval - Idylle - Rechtsextremismus

Reinhardtsdorf-Schöna liegt in der Sächsischen Schweiz, einem Landkreis im Südosten des Freistaats Sachsen. 2004 erzielt die NPD bei der Gemeinderatswahl das bis dahin historische Ergebnis von 25,2 "Nazis". Das Dorf schottet sich ab, verfällt in Amnesie und schiebt schließlich den Medien die Schuld an den NPD-Wahlergebnissen zu. Wie kann in einem so problematischen Feld geforscht werden? Gibt es überhaupt noch eine wissenschaftliche Objektivität, wenn ich subjektive Vorurteile habe? Der vorliegende Band versammelt zum einen theoretische Texte zur Methodik des Forschens in rechten Feldern sowie den Möglichkeiten und Grenzen ethnologischen Verstehens, zum anderen finden sich hier auch Inhalte, die den Alltagswelten der Dorfbewohner/innen sehr nahe kommen und darin mögliche Ursachen für das rechte Wahlverhalten ausmachen. 157 S., sfr 30.90 (freier Pr.), EUR 19.90   zurück zur Übersicht   Inhalt Falk Blask / Cordula Endter Lauter nette Nachbarn? Eine Einladung Eva Berger Der Bürgermeister und die NPD Katrin Osterloh "Bei uns leben nur normale Leute" – Reinhardtsdorfer Zustände Martina Rumpel Mit der Grenze zu tun haben. Erfahrungen im deutsch-tschechischen Grenzgebiet Katharina Rohts Abnicken. Ein methodisches Selbstgespräch Nicole Lorbeer Dorf-Gemeinschaft. Eine theoretische Annäherung Cordula Endter "Ich hätte nie gedacht, dass es klappt" – Selbstständig sein auf dem Dorf Daniel Schneider Mangel an Alternativen. Jugendkultur in Reinhardtsdorf-Schöna Georg Weichardt Zum Kaffee bei Frau Kühn Jessyka Naase Keine Zeit für Urlaub Jana Reimann-Grohs Zugezogen bleibt zugezogen Annett Behring "Gott weiß alles, nur die Nachbarn wissen's besser" – Ein Kaleidoskop Maren Michligk Grenzbegehung. Die tschechisch-deutsche Staatsgrenze in der Sächsischen Schweiz Abel Büchner / Kathrin Ottovay Researching against. Kritische Kulturanthropologie gegen Rechtsextremismus Katrin Osterloh "Hier gibt es kein Recht auf seelische Gesundheit" – Gespräch mit der Bürgerinitiative "AfroEuropäische Familien in der Sächsischen Schweiz" Andreas Hechler Wer fehlt? Voids in Reinhardtsdorf-Schöna Hans Heilmann Unterwegs mit dem Busfahrer Alfred O. Oliver Petruschke Rechtsextremismus. ein Glossar

Weltweitweg: Beobachtungen zum backpacking

Sie ziehen mit ihren Rucksäcken durch das australische Outback, meditieren in indischen Ashrams, erkunden das Nachtleben europäischer Großstädte und trinken in verschlafenen argentinischen Dörfern mit der indigenen Bevölkerung einen Mate-Tee: Backpacker. Meist reisen sie länger als die so genannten Pauschaltouristen, dazu mit einem geringeren Budget. Oft sind sie überdurchschnittlich gut gebildet und jung. In diesem Band beschäftigen sich Studierende der Europäischen Ethnologie mit dem Backpacking und stellen sich unter anderem folgende Fragen: Was haben Pilger und Backpacker gemeinsam? Wann wird ein Traveler zum Dauerreisenden? Wer hält heutzutage noch den Daumen raus? Welchen Stellenwert haben Souvenirs für Backpacker? Wie funktionieren Traveler-Netzwerke? Was machen Backpacker eigentlich den ganzen Tag? Mit vielfältigen Methoden untersuchen die Autorinnen und Autoren dieses Forschungsfeld, das sich im Schnittpunkt aktueller wissenschaftlicher Diskurse zu Mobilität, Subjektivität und Tourismus befindet. 109 S., EUR 19.90, sfr 31.90 (freier Pr.) zurück zur Übersicht   Inhalt Sarah Kröger / Andrea Vetter Beobachtungen zum Backpacking - Eine Einführung Jan Holzhauer Traveler-Netzwerke und Internet-Communities - Reisekultur im Internet Andrea Vetter Globale Vagabunden - Selbsterfahrung auf der Dauerreise Samuel Henze Backpacker - Pilger der (Post-)Moderne? Lysette Laffin / Kathrin Friedrich Unterwegs - Trampen früher und heute Sarah Kröger „Schwachköpfe auf Elendstourismus-Abenteuerurlaub" - Die Kritik der Backpackingpraxis am Beispiel neuerer Backpackerliteratur Marie Banck „They tell my story. It's who I am." - Die Dingwelt von Backpackern  

FrauenAlltag im östlichsten deutschen Osten: Eisenhüttenstadt

Eisenhüttenstadt - postsozialistische Tristesse mit Stahlwerk oder moderne Neubaustadt am Rande des reizvollen Schlaubetals mit der dynamischen Ausstrahlung eines industriellen "Leuchtturms"? Beide Lesarten sind möglich, denn im östlichsten deutschen Osten prallen die Gegensätze aufeinander. Da gibt es Bevölkerungsrückgang und Arbeitslosigkeit, Abriss und Stadtumbau, die das Bild der zu Beginn der 1950er Jahre errichteten "Ersten sozialistischen Stadt Deutschlands" seit längerem prägen. Das Ende des industriellen Gründungsmythos der Stadt korreliert mit den tiefgreifenden Veränderungen in den Arbeits- und Lebensbedingungen der Einwohner. Die "Wende" von 1989/90 war schmerzvoller Bruch mit den althergebrachten Gewohnheiten und hoffnungsvoller Neubeginn zugleich. Wesentlicher Teil des mit Wucht auf das Alltagsleben durchschlagenden Transformationsprozesses in Eisenhüttenstadt sind die Frauen. Sie vertreten sowohl die älteste Aufbaugeneration von Hüttenwerk und "Planstadt" als auch die neueste Generation. Zu Wort kommen in diesem Band Arbeiterinnen aus dem Stahlwerk, Unternehmerinnen, Pendlerinnen, Hartz IV-Empfängerinnen, Ein-Euro-Jobberinnen sowie Schülerinnen und Schüler. Großartig ist die Moral der "Alten", die ihre Ideale nicht verleugnen wollen, mutig ist das berufliche und soziale Engagement der "Jungen". Von sozialer Ausgrenzung oder Desorientierung gekennzeichnete Alltagsumstände sowie Lebensverläufe werden nicht ausgespart, wenn sich der Blick auf neue soziale und kulturelle Milieus richtet, die zwischen Stahlwerk und neoklassizistischem Zentrum mit umgebauten Plattenquartieren Netzwerke einer vielleicht neuen Lebensweise bilden.  177 S. 1 DVD, EUR 19.90, sfr 30.90 (freier Pr.)   zurück zur Übersicht   Inhalt Rainer Barcikowski Geleitwort Ute Mohrmann, Leonore Scholze-Irrlitz, Sigrid Jacobeit Einleitung Arbeit und Frauen Markus Ulrich Eine Frau „steht ihren Mann"! - Zur Konstruktion von Weiblichkeit „auf dem Bau" Kristine Wolf „Meine Arbeit macht kein Mann besser!" - Frauen im Kaltwalzwerk des Stahlgiganten Ramona Thiele, Johanna Wittzell „Froh sein kann, wer Arbeit hat!" - Pendlerinnen und Pendler Franziska Gutsche „Die Frau ist die bessere Geschäftsführerin." - Gründerinnengeist am Stahlstandort Prekärer Alltag - Leben mit Hartz IV Philine Erfurt Die Hartz-Gesetze - Leitbild und Lebensrealitäten Jutta Seidler Frauen leben Hartz IV: Drei Porträts Alternde Stadt und Neue Visionen Thomas Gottschalk Eisenhüttenstadt. Ein Phänomen schrumpft Simone Scheffler Bürger- und Bürgerinnenbeteiligung an einer Vision - „Eisenhüttenstadt 2030" Berit Becker, Anett Löffler „Wenn ich in Hüttenstadt nichts mit mir anzufangen weiß, weiß ich es auch in Berlin nicht." Kulturelle Eigeninitiative von Jugendlichen Johanna Ickert „Hüttenstadt" - Menschen zwischen Aufbau und Abriss. Bemerkungen zum Film 174   Anlage Film „Hüttenstadt - Menschen zwischen Aufbau und Abriss" von Johanna Ickert als DVD

Perspektive ländlicher Raum : Leben in Wallmow/Uckermark

200 S., EUR 19.90, sfr 30.90 (freier Pr.)   zurück zur Übersicht   Inhalt Leonore Scholze-Irrlitz Perspektive ländlicher Raum Martina Rudolph Gegen den Trend: neue Lebensformen auf dem Land Anja Decker Eigenarbeit: Chancen nachhaltiger Entwicklung Andreas Boyke / Mike Schmidt Grundschulen in Aktion Josephine Links / Christine Weber Musik und Bewegung als Gemeinschaftserlebnis Mariann Hertel / Jan-Friedrich Klein „Pottkieken": Essen in Wallmow Stefan Diedrich Psychatrie in der Gemeinde: das Beispiel „Land in Sicht e. V." Vanessa Pertsch Handwerk im dörflichen Wandel Paul Buerschaper Dorferneuerung „von unten" ?

Körperpolitik - Biopolitik

Die Biopolitik der klassischen Moderne hatte einen eindeutigen Akteur, den Staat, und eindeutige Objekte, Bevölkerungen, die hygienischen Regimes, der Bevölkerungsplanung und Risikovorsorge unterworfen wurden. Neuere biomedizinische Verfahren und Erkenntnisse scheinen in diese Arbeits- und Verantwortungsverteilung einzugreifen: Zunehmend sind nun Individuen aufgefordert, aktiv an ihrem Körper zu arbeiten, Verantwortung für ihr Gesundheitsschicksal zu übernehmen und ein komplexes Risikomanagement zu betreiben. Der Körper wird damit zu einem bedeutenden Handlungsraum in individualisierten Gesellschaften, der ethnographische Aufmerksamkeit verdient. Die in diesem Heft zusammengestellten Studien analysieren am Beispiel heterogener Felder gegenwärtige Veränderungen und Verschiebungen in Körperpraxen, -diskursen und -techniken, wie sie durch biomedizinsiche Entwicklungen sowie biopolitische Machtverschiebungen ausgelöst werden. 128 S., 10.90 EUR; 24 cm , kart. zurück zur Übersicht   Inhalt Stefan Beck, Michi Knecht Einleitung: Körper - Körperpolitik - Biopolitik Silja Samerski Die Freisetzung genetischer Begrifflichkeiten, oder: Wie die genetische Betratung zum Risikomanagement verpflichtet Dörte Bemme, Cordula Mock "Körperware" - sozial-kulturelle Perspektiven auf Konzepte des Eigentums am menschlichen Körper Vera Kalitzkus "Intime Fremde": "Organspende" und Organtransplantation im Spannungsfeld von Körper und Leib Sibylle Obrecht Das abstoßende Selbst. Die Konstruktion von "Differenz" im Kontext der ersten Herztransplantationen Alexander Görsdorf Vom Zeichnen, Formen, Implantieren: Körpermodifikation als Gegenstand der Europäischen Ethnologie Christine Holmberg Geschichte einer Krebserkrankung - Einblicke in die interpretative Medizinanthropologie Jacqueline Berman Trafficking in Women, Criminalization, Immigration, and Other 'Useful and Public Discourses' Berichte und Mitteilungen: Christine Nippe Leibhaftige Konstruktionen: Was heißt schon (im-)perfekt? - Gedanken zu einer Ausstellung Kerstin Poehls Tagungsbericht: Cosmopolitan Dreams. Urban Life in the 21st Century

Von Sonnenschirmen und wilden Horden

»Wilde Reiter, Messer zwischen den Zähnen, rohes Fleisch als Sattel ... Dies dürften ungefähr die Vorstellungen sein, die sich bei den meisten Deutschen mit dem Wort ›Tataren‹ verbinden.« (Sebastian Cwiklinski) Doch was haben diese wilden Horden mit Sonnenschirmen gemein? Urbane Orte stehen im Mittelpunkt dieses Bandes ethnologischer Erkundungen: Orte in Berlin, an denen sich Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Erwartungen versammeln; Orte, die zugleich Knotenpunkte in transnationalen Beziehungsnetzen sind und damit weit über Berlin hinaus weisen. So auch der Preußenpark: »Der ›Thai-Treff im Preußenpark‹ bietet die Anschauung eines postkolonialen Ereignisses, welches sich in der vorliegenden Kompaktheit als Paradebeispiel für die Verquickung von ›race - gender - class‹ in transnationalen Zusammenhängen kaum besser erfinden ließe.« (Karl Braun) 108 S. : Ill., graph. Darst. ; 24 cm, kart., 9,90 EUR   zurück zur Übersicht   Inhalt Karl Braun Der Thai-Treff im Preußenpark. Eine ethnographische Spurensuche. Karolin Steinke Mann hatte sie sich unterwürfiger vorgestellt Moritz Ege "Der deutsche Mann hat heute einfach nichts mehr zu sagen." Deutsche Männer und thailändische Frauen, Sex und Status bei einer Geburtstagsfeier in Berlin Antje Mißbach Scheitern. Hürden im Feld Andrea Lauser Transnationale Subjekte. Ethnologische Perspektiven am Beispiel phillipinischer Heiratsmigration Artur Mkrtichyan Armenische Gemeinden in Berlin. Ethnonationalität und ethnokulturelle Konflikte bei der Bildung von Diasporagemeinden Sebastian Cwiklinski Tataren und Baschkiren in Berlin: Geschichte und Gegenwart Elisabeth Tietmeyer und Ildar Kharissov Tatarische Kulturtage im Museum Europäischer Kulturen - Staatliche Museen zu Berlin vom 30. August bis 14. September 2003 Dagmar Neuland-Kitzerow Die Ethnowissenschaften im Zeitalter des Sozialismus in Ostmitteleuropa. Tagung am MPI für ethnologische Forschung, 28./29. August 2003, Halle/Saale

Hotel Berlin: Formen urbaner Mobilität und Verortung

Berlin als eine Stadt des permanenten Wandels – dieser Topos ist allgegenwärtig. Ob und wie sich diese Transformierbarkeit Berlins aber in urbanen Praxen niederschlägt, diese Frage bleibt oft unbeantwortet. „Hotel Berlin – Formen urbaner Mobilität und Verortung“ geht deshalb den Atmosphären, der Materialität und den Momenten des Städtischen nach, die sich in Berlin seit dem Mauerfall manifestieren. Die Autorinnen und Autoren betrachten Populärkultur und institutionalisierte Kulturfelder in Berlin unter kulturanalytischer Perspektive, sie betreiben Community Studies und transnationale Migrationsforschung oder suchen raum- und akteurszentrierte Zugänge zur kulturellen Produktion in Berlin. In Hotel Berlin wird über die kulturellen Bedingungen des Kommens, Bleibens und Gehens im Unternehmen Stadt nachgedacht: Wie wird städtische Kultur kapitalisiert? Welches sind die Anforderungen und Möglichkeiten für die Zugehörigkeit/Aneignung gesellschaftlicher Felder? Wie „widerstandsfähig“ sind Szenen und ihr Beitrag zur Perspektivierung des städtischen Raumes gegenüber der unternehmerischen Stadt? Indem die unternehmerische Stadt auf die Kompetenz ihrer Bewohner baut, Krisen selbst-/engagiert zu meistern, wird die Transformierbarkeit der Stadt zur ambivalenten Ressource. Stadtforschung muss sich dabei als Teil des Unternehmens Stadt verstehen.   159 S. : Ill., graph. Darst. ; 24 cm, kart. : EUR 9.90   zurück zur Übersicht   Inhalt Alexa Färber Vom Kommen, Bleiben und Gehen. Anforderungen und Möglichkeiten im Unternehmen Stadt. Eine Einleitung. Ignacio Farías Hurtado Zukunft zum Greifen nah. Bedingungen, Semantik und Verortung von Berliner Stadtmarketing. Susanne Maier Die Provinz in der Hauptstadt. Deutungen des Globalen und des Lokalen im Berliner Tourismus. Sabine Vogt Die Berliner „Clubkultur“ als Produkt lokaler Kulturprozesse und globaler Wirtschaft. Bastian Lange Culturepreneurs in Berlin: Orts- und Raumproduzenten von Szenen. Johanna Keller Metropolitans und Cosmopolitans: Lebensrealitäten und –strategien privilegierter und marginalisierter Migranten in Berlin. Gesa Kather Raum-zeitliche Strukturierung von global citizens. Alltagspraxen indischer Computerexperten in Berlin. Synnove Bendixsen Being young, Muslim and Female: Creating Space of Belonging in Berlin Halil Can „Eigentlich bin ich ja ein Berliner“: Verknüpfungsarbeit als Identitätsstrategie entlang der Migrationswege der anatolischen Laute „Baglama“ Katrin Klitzke „Wer will denn nach Marzahn!?“: Street Art in Berlin Kira Kosnick Selecta at the Door. Queer “Oriental” Space and the Problem of Getting the Mix Right at Gayhane Clubnights. Christine Nippe Auf dem Sprung. Transnationale Perspektiven Kunst- und Kulturschaffender auf Berlin. Anja Schwanhäußer Flyer-Räume/Technosszene. Ethnografie einer urbanen Formation.  

Die Botschaft der Botschaften

Der Philosoph Walter Benjamin hat die Aufgabe der Diplomaten einmal als »friedliche Beilegung von Konflikten, ohne Verträge und von Fall zu Fall« beschrieben, welche diese im Namen ihrer Staaten durchführen. Eine zarte Aufgabe, wie Benjamin sagt, die, wie der Umgang von Privatpersonen, eigene Formen und Tugenden hervorgebracht habe. Der Wunsch, diese historisch gewachsenen Formen und Tugenden der diplomatischen Praxis zu erkunden und nach deren aktueller Umsetzung zu fragen, stand am Ausgangspunkt dieser Ausgabe der Berliner Blätter: Welche Rolle spielt die Diplomatie für das gegenwärtige politische Leben? Welche Repräsentationslogik schreibt sich darin ein und wie macht sich darin die symbolische Ordnung der Geschlechter geltend? Wie nutzt Berlin die Botschaften und deren Kulturprogramm, um sich ein Gesicht zu geben, und mit welchen kulturpolitischen Strategien präsentieren sich Staaten in Berlin? zurück zur Übersicht   Inhalt Beate Binder und Astrid Deuber-Mankowsky Die Botschaft der Botschaften. Einige einleitende Anmerkungen Astrid Deuber-Mankowsky Vertrauen erweckendes Grenzgängertum. Eine Annäherung an das neue Interesse an Diplomatie aus kulturwissenschaftlicher Perspektive Beate Binder Strategien nationaler Selbstrepräsentation Eine Annäherung an die Botschaft der Botschaften aus stadtethnologischer Perspektive Josefine Raasch und Wiebke Uhde Die Botschaft der Zäune Marlen Martin Aspekte nationaler Selbstrepräsentation Maria Morgen und Luise Nagel Die mexikanische Botschaft - Eine Fassade als nationales Symbol Eva Fuchslocher und Martina Gohlke Sie sind ein Kulturvermittler, Herr Botschafter? Strategien nationaler Repräsentation Nadine Skowronek Wohin soll die Reise gehen? Zur Kulturarbeit des Goethe Instituts Inter Nationes Laura Lehnen Ein Besuch im italienischen Kulturinstitut Snezana Nenny Sever Madame l‘Ambassadrice: Alte Erwartung – neues Selbstverständnis? Zur Rolle der Botschaftsgattin im Diplomatischen Dienst Mirco Kießig Schwarze Kammern der Diplomatie. Über das Ver- und Entschlüsseln von Botschaften Henriette E. Flader Architektursymbolik und die Einheit des Nordens Mirjam Dreger Hinterm grünen Band. Die Nordischen Botschaften als Vorbild für eine Europäische Botschaft? Antina Michels Die universelle Botschaft in Brüssel: Repräsentation der Sans-Papiers Ulf Matthiesen Esskultur und regionale Entwicklung – unter besonderer Berücksichtigung von „Mark und Metropole“, Perspektivische Skizzen zu einem Forschungsfeld

Volkskundliches Wissen: Akteure und Praktiken

Akteure und Praktiken des "Wissen-Schaffens" stehen im Mittelpunkt dieses Themenhefts mit Beiträgen aus Tübingen, Göttingen, Kiel, Frankfurt/Main und Berlin. Am Beispiel regionaler Akteure der volkskundlichen Wissensproduktion werden zentrale Aspekte und Konzepte des geisteswissenschaftlichen Wissenstransfers beleuchtet. Die Beiträge fragen nach den Wissensbeständen und Motivationen, den institutionellen Verbindungen und persönlichen Beziehungen der Akteure. Es geht um die Vielfalt volkskundlicher Wissensformate, ihre Genese und Etablierung und die Spezifika volkskundlicher Wissensmilieus. Legitimierungspraktiken begleiteten die Wissensproduktion damals genauso wie sie heutige Wissenschaften prägen. Der Blick in die Fachgeschichte und an ihre Ränder kann daher eine vertiefte Einsicht auch für die Gegenwart von ethnografischen Wissenschaften bieten. 144 S., 19.90 EUR zurück zur Übersicht   Inhalt Antonia Davidovic-Walther, Michaela Fenske, Lioba Keller-Drescher Akteure und Praktiken. Explorationen volkskundlicher Wissensproduktion Lioba Keller-Drescher „Auf diese Weise vorbereitet". Praktiken des Wissensmanagements zwischen Landesbeschreibung und Volkskunde Michaela Fenske, Regina Bendix Hinter verschlossenen Türen. Akteure und Praxen der Wissensaushandlung am Beispiel des „Handwörterbuchs der Sage" Antonia Davidovic-Walther, Gisela Weh Wer wird Gemeindeforscher? Ländliche Herkunft als Professionalitätsmerkmal Carsten Drieschner Der „plattdeutsche Professor" oder: Was ist ein Experte? Das Beispiel Otto Mensing und das „Schleswig-Holsteinische Wörterbuch" Franka Schneider Marie von Bunsen, die „wissende Reisende". Erkundungen zum volkskundlichen Wissensmilieu in Berlin Sabine Imeri Heimatforschen in der Metropole oder wie regionales Wissen entsteht  

Kunst und Ethnographie. Zum Verhältnis von visueller Kultur und ethnographischem Arbeiten

203 S., EUR 19.90, sfr 30.90 (freier Pr.)   zurück zur Übersicht   Inhalt Dagmar Neuland-Kitzerow, Karoline Noack Vorwort Beate Binder Arbeiten (an) der Imagination. Einleitende Überlegungen zum Verhältnis von Kunst und Ethnographie Kunst (des) Forschen(s) Judith Laister Andere Bilder. Im Dienste ethnographischer Repräsentationskritik Judith Elisabeth Weiss Der gebrochene Blick. Kunstwerke als/eec/ back loops Elke Bippus, Frank Hesse „Social Disease". Andy Warhols Gesellschaftsfotografie als Teilnahme und Beobachtung Cecile Cuny Die Fotografie als Forschungsmethode. Das Beispiel des Porträts Bina Elisabeth Mohn Die Kunst des dichten Zeigens. Aus der Praxis kameraethnographischer Blickentwürfe Ulrich Hagele Ethnographische Surrealisten und visuelle Ethnographen. Zum Verhältnis von Kunst, Fotografie und Feldforschung in Frankreich 1930 bis 1940 Anna Neusüß Naive Kunst. Ein Phänomen der Moderne Sabine Grosser Ander(e)s Sehen. Methodische Überlegungen für einen adäquaten Umgang mit zeitgenössischer Kunst aus einem unbekannten (kulturellen) Kontext Christine Nippe Doing research inbetween. Lokal-globale Verwebungen in der Kunst: Ein Plädoyer für einen (stadt-)ethnologisch-kunstwissenschaftlichen Dialog Stadt als Feld künstlerischer Interventionen Katrin Klitzke „Die Bewegung ist die Kunst". Aneignungen städtischen Raums durch Berliner Street Artists Jokinen, Gordon Uhlmann Blicke umkehren. Das Denkmalensemble des „Afrika-Forschers" und Kolonialgouverneurs Wissmann als postkoloniales Debatten-Mahnmal im öffentlichen Raum Jane Redlin Wo Kunst und reale Lebensräume miteinander verschmelzen! Die Theaterprojekte von Annette Kuß Cordula Gdaniec Megapolis Moskau. Die russische Hauptstadt zwischen Multikultur und Russifizierung. Künstlerische Annäherungen. Ein Filmprojekt Ausstellungsprojekte - reflexiv Michael Guggenheim, Bernd Kräftner, Judith Kroll Die Ausstellung als Inkubator. Über Kunst und Ethnographie Sabine Hess, Marion von Osten, Regina Römhild, Peter Spillmann Die Kunst des Regierens. Interdisziplinäre Positionen aus einem Projekt zur Erforschung und Repräsentation des EU-europäischen Grenzregimes Aurora Rodonö Geschichte(n) gegen-den-Strich-gelesen. Projekt Migration: eine interdisziplinäre Ausstellung zu Kunst, Kultur und Geschichte der Migration in Deutschland Friedrich von Bose Die Musealisierung des „Anderen". Gedanken zu ethnologischem Ausstellen als kultureller Praxis Annotation: BRAKIN. Brazzaville & Kinshasa - „The city-as-one is a reality"

Verwandtschaft machen - Reproduktionsmedizin und Adoption in Deutschland und der Türkei

Wer sich aus ethnologischer Perspektive mit Verwandtschaft beschäftigt fragt nach den Grundlagen gesellschaftlichen Zusammenhaltes, nach der Art und Beschaffenheit des „sozialen Kitts“. Im Mittelpunkt dieses Bandes stehen Formen von Verwandtschaft, die durch Adoption oder durch die Nutzung assistierender Reproduktionstechnologien herbeigeführt werden. Diese Verwandtschaftsformen werden als „Aktiva“ verstanden: als Ergebnis von Handlungen. Die Fragestellung lautet nicht: „Wie ist oder wie wird man verwandt?“, sondern „Wie macht man Verwandte und Verwandtschaft?“ Ethnographisch erforscht und beschrieben werden Routinen, die unterschiedliche Akteure im Umfeld von Berliner Kinderwunschpraxen und Istanbuler Tüp bebek Kliniken entwickeln, präzedenzlose Entscheidungen, die in Beratungsstellen für Regenbogenfamilien oder in Selbsthilfeorganisationen ungewollt Kinderloser getroffen werden, Akte des Austausches und der Kommunikation, durch die transnationale Netzwerke und Spielräume entstehen. Wissen um Gesetze und Genetik sowie Nicht-Wissen, beispielsweise um die Identität anonymer Spender, spielt bei diesen Projekten des Verwandtschaft-Machens eine konstitutive Rolle, aber auch materielle Infrastrukturen und transnationale Mobilität. Verwandtschaftsverhältnisse, die auf Adoption beruhen oder durch Technologien ermöglicht werden, stehen jedoch keineswegs in einem Gegensatz zu „normaler“ oder „natürlicher“ Verwandtschaft. Sie verdeutlichen lediglich in besonderer Art und Weise den Herstellungscharakter, welcher der sozialen Form „Verwandtschaft“ immer innewohnt. 184 S., EUR 19.90, sfr 30.90   zurück zur Übersicht   Inhalt Michi Knecht / Stefan Beck / Sabine Hess Verwandtschaft machen: Einleitung Stefan Beck / Sabine Hess / Michi Knecht Verwandtschaft neu ordnen: Herausforderungen durch Reproduktionstechnologien und Transnationalisierung Ferhunde Özbay Fremde Töchter in den Häusern: Cariyeler, Evlatliklar, Gelinler Nevim Çil Assistierende Reproduktionsmedizin in Istanbul: Zwischen Privatsphäre und Deutungsmacht Maren Klotz Doing Kinship in British Parliament: Selfish Parents – Disruptive Children? Michi Knecht Spätmoderne Genealogien: Praxen und Konzepte verwandtschaftlicher Bindung und Abstammung Sabine Hess Flexible reproduktive Biografisierung: Zum Kinder-Machen im Zeitalter biopolitischer Möglichkeiten– von Zeugungsstreiks und Spielermentalitäte Stefan Beck Globalisierte Reproduktionsregimes: Anmerkungen zur Emergenz biopolitischer Handlungsräume Forum Aktivistinnen des Verwandtschaft-Machens: Portraits – Skizzen – Eindrücke Constanze Körner Neue Familienmodelle: Lesben und Schwule mit Kindern – Möglichkeiten und Grenzen in unserer heutigen Gesellschaft Maren Klotz Globalverwandtschaft Sibel Tuzcu „Infertilität war ein Wort, das sich nicht ziehmte“: Die Gründerin der Selbsthilfeorganisation ÇIDER erzählt? Gül Özsan Gender and Reproductive Technologies: doing exploratory interviewsin Istanbul IVF clinics Beatriz Hoffmann Tagungsbericht: The Perspectives of the Americanist Studies in an International Context

Turn to Europe: kulturanthropologische Europaforschungen

Europäisierung ist Realität und Schlagwort zugleich: In Europa sind politische, wirtschaftliche und soziale Umbauprozesse in vollem Gang. Dabei wird in Politik und Medien um Definitionen europäischer Identität gerungen, es werden europäische Grenzen umkämpft und die Einfluss-zonen einer europäischen Harmonisierung abgesteckt. Auch in der Sozial- und Kulturanthropologie findet ein turn to Europe statt: Hier setzen die Beiträge in dieser Ausgabe der Berliner Blätter an. Die Autorinnen und Autoren gehen der Frage nach, welche kultur-ellen Logiken der europäischen Integration unterliegen und wie Europäisierung ethnologisch greifbar und beschreibbar wird. Sie richten ihren Blick auf die Europäisierung sozialer und kultureller Handlungsräume und Alltagswelten sowie auf neue Formen des Regierens in Europa. 159 S., EUR 14.90, sfr 22.90   zurück zur Übersicht   Inhalt Kerstin Poehls und Asta Vonderau Turn to Europe. Einleitung Gisela Welz Europäisierung als qualkulatives Regime Michal Buchowski Hierarchien des Wissens in der ostmitteleuropäischen Anthropologie Anika Keinz Making Gender Matter: Zur Europäisierung von Gender und Sexualität in Polen Asta Vonderau Erfolgreich im "neuen" Europa. Kulturelle Selbstdeutung der Wirtschaftseliten in Litauen Susanne Frank Europäische Stadtpolitik im magischen Dreieck der Stadtentwicklung Maryon McDonald Trying to be European in Brussels Kerstin Poehls Ortseffekte. "EUropäische Praxen" am Europakolleg Sabine Hess Governing Migration - Governing Europe. Kulturanthropologische Perspektiven auf Europäisierungsprozesse Katerina Kratzmann Lost in Europe. Mobilitäten undokumentierter Migranten. Máiréad Nic Craith From the Local to the Global (and Back): Political Anthropology in Europe

Europäische Roma - Roma in Europa

Seit dem Ende des Kalten Krieges sind zwar einige hervorragende Ethnographien zur Situation der Roma, Sinti und Kále in Europa erschienen, doch die Einbettung lokaler Romagemeinden in nicht nur regionale, sondern auch translokale und globale Netzwerke und Diskurse wurde bislang kaum systematisch untersucht. Welche Chancen und Ressourcen bietet ihnen der intensivierte Europäisierungsprozess? Welche Auswirkungen haben europäische Aktionsprogramme, neue Kontrollregimes und Grenzziehungen? Gibt es bestimmte, anerkannte Arten und Weisen, Roma, Sinti oder Kále im heutigen Europa zu sein? Wie navigieren Roma-Aktivistinnen und -Aktivisten zwischen transnationalem Engagement und lokalen Herkunftsgemeinschaften? Viele dieser Fragen sind empirisch noch wenig bearbeitet. Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes sondieren jedoch die Lage und beginnen, die Lücken zu füllen. Sie berichten über kulturelle und politische Projekte wie das Roma-Museum in Brünn, die Gründung des European Forum for Roma and Traveller und widersprüchliche Initiativen im Bereich der Minderheiten- und Menschenrechte. Gerade ihre noch offenen Fragen liefern vielfältige Argumente für das Engagement einer symmetrischen und selbstreflexiven Europäischen Ethnologie in diesem Themenbereich. 163 S., EUR 9.90, sfr 14.90 zurück zur Übersicht   Inhalt Michi Knecht und Reetta Toivanen Einleitung: Roma Ethnographie, Anthropologie der Menschenrechte, Europäisierungsprozesse – Ein Plädoyer für Verbindungen Miranda Vuolasranta Roma und Sinti – Europäische Identitäten. Antiziganismus muss erkannt und bekämpft werden Judith Okely Kontinuität und Wandel in den Lebensverhältnissen und der Kultur der Roma, Sinti und Kále Erika Thurner Between EU and national legislation: What could work as a guarantor of Roma rights? Johannes Ries Spenden Gaben. Notizen zur wirtschaftsethischen Christianisierung der siebenbürgischen Zigeuner Irene Sechidou Aspekte des Sprachgebrauchs in einem griechischen Romani-Dialekt Wolfgang Wippermann „Vom langen Schlaf ermuntert.“ Über den Nationsbildungsprozess der Roma Anna Maria Viljanen Roma als gleichberechtigte finnische Bürger: Implizite Diskriminierung im Schatten eines (gesetzlichen) Egalitarismus Esther Quicker „Auf Beerdigungen freuen sie sich und feiern ...“ Rumänische Schüler beschreiben die Roma. Ein Forschungsbericht FORUM Jana Horváthová Das Roma-Museum in Brno (Brünn) „Ich bin nicht die erste Romafrau, die bemerkenswerte Arbeit geleistet hat.“ Ein Gespräch mit Miranda Vuolasranta Anita Csajbók Probleme der Repräsentation – Roma-Fotografie im ethnographischen Feld und im Ausstellungsraum Beate Wild anders – ähnlich – gleich? Eine Ausstellung im Kontext Reetta Toivanen Unwissen, Vorurteile und andere „Gewohnheiten“ – Notizen aus einer Feldforschung mit Roma in Estland Weiterführende Literatur und Internet-Ressourcen Roma im Europäisierungsprozess (1995 - 2005)

Laboratorium. Studentische Arbeiten aus dem Institut für Europäische Ethnologie

Hausarbeiten und Zwischenprüfungen schreiben, Projektutorien erdenken und abschließen, Exkursionsberichte verfassen – oder auch Texte selbst herausgeben: Dieser Band der Berliner Blätter stellt die schriftlichen Ergebnisse solcher studentischen Tätigkeiten vor. Dabei zeigen die Autoren und Autorinnen der hier versammelten Texte, Studierende des Instituts für Europäische Ethnologie, wie sie die Inhalte, Methoden und Problemstellungen des Faches umzusetzen wissen. Die Arbeiten zur Bedeutung von Familie, zum (Berliner) urbanen Raum, zu Konsumkulturen in der DDR wie zum deutsch-polnischen Grenzgebiet belegen, wie unterschiedliche qualitative und forschende Zugänge ausprobiert und angewendet werden. Das Institut wird hier zum studentischen Laboratorium. 157 S., sfr 30.90 (freier Pr.), EUR 19.90 zurück zur Übersicht   Inhalt Alexa Färber & Franka Schneider Notiz Silvy Chakkalakal Unbekannte Kindheiten – Ethnographie einer kulturellen Kodierung von Kindheit Andrea Vetter Heimat Familie. Identitätsrepräsentationen dreier Generationen einer russlanddeutschen Familie Tom Mathar Medizinischer Pluralismus in Prenzlauer Berg. Ethnographie eines Gesundheitsmarktes Ebbe Volquardsen Dänische Kulturproduzenten in Berlin: Community, Netzwerk, Szene Belinda Bindig & Ulrike Schulz Versandhandel in DDR und BRD. Eine kritische Rezeption aktueller Literatur Marc Schreiber Ursachen und Folgen der Gemeinschaftsverpflegung in der DDR unter besonderer Berücksichtigung ihres Einflusses auf regionale Küchen Exkursionsgruppe GrenzgängerInnen: Regionalentwicklung in der polnisch-deutschen Grenzregion – Ergebnisse einer Exkursion Anja Decker 230 Kilometer durch Europa. Eine Einleitung Ursula Fehling Europa an der Grenze. Ein Essay Kristine Wolf Im „Niemandsland“. Impressionen aus der deutsch-polnischen Grenzregion Cordula Endter „Leben an der Grenze. Alltagswelten von Frauen entlang der Oder-Neiße-Grenze“ (Feature) Download: mp3|pdf Das studentische Publikationsprojekt „Feldnotizen“

Lichtbild - Abbild - Vorbild. Zur Praxis volks- und völkerkundlicher Fotografie

Fotografie bildet nicht einfach nur ab. Dies war der Ausgangspunkt der Tagung "Lichtbild - Abbild - Vorbild. Zur Praxis volks- und völkerkundlicher Fotografie". Im Besonderen geht es in den Beiträgen um die Nutzung und den Gebrauch des ethnografischen Fotos innerhalb und außerhalb der Fachdisziplin, um die Klärung des Tatbestands der Konstruktion von Identitäten innerhalb der Selbst- und Fremdwahrnehmung und um die Frage, wie durch Fotografien Vorstellung angeblich "authentischer" Lebensweisen produziert und ideologisch aufgeladen wurden und werden. Die Wirkungsgeschichte der ethnographischen Fotografie wird an Beispielen aus Brasilien, Deutschland, Indien, Japan, Mexiko, Neuseeland und Spanien detailliert dargestellt und analysiert. 155 S., EUR 9.90, sfr 14.90 zurück zur Übersicht   Inhalt Falk Blask und Jane Redlin Einleitung Thomas Overdick Anschauliches Verstehen. Zur Konversion des Blickes in der Fotografie Brigitte Bönisch-Brednich Der fremde Blick von Ans Westra auf die Maori. Eine Provokation der neuseeländischen Gesellschaft Ulrich Hägele Fotografische Konstruktion des Ländlichen. Dorothea Lange und Erna Lendvai-Dircksen – zwei Karrieren zwischen Pathos und Propaganda Karl Braun Extremadura. Zur visuellen Repräsentation einer armen Region Javier Herrera Navarro Von der literarischen Vorlage zur fotografischen Dokumentation. Die Entstehung von „Las Hurdes – tierra sin pan“ von Buñuel Frank Stephan Kohl Albert Frisch, die ersten Amazonasfotografien und die Völkerkunde Anette Schade Die Schulung des wissenschaftlichen Blicks. Erkundungen in zwei fotografischen Sammlungen des Ethnologischen Museums Berlin Ursula Thiemer-Sachse Wie ich das Vertauen der Mixe in Mexiko fand

zweitausend8undsechzig

Die 1968er Studentenbewegung - sichtweisenabhängig auch als Revolte oder sogar Revolution bezeichnet - und der sie umgebende Mythos ist Thema dieses Bandes. Es liegt der Gedanke nah, dass im auslaufenden Jahr 2008 dazu schon alles gesagt worden sei. Dass dem so nicht ist, zeigen die hier versammelten 18 Beiträge. Im Mittelpunkt dieses Projektes kommen unterschiedliche Sichtweisen, Kommentare, Interviewauszüge, Archivmaterialien und Bewertungsperspektiven zur Sprache. Akteure, Befürworter wie Gegner dieser Revolte, theoretische Vordenker wie Marcuse oder führende Gesichter dieser Zeit wie Rudi Dutschke, Rainer Langhans oder Christian Ströbele sind mit ihren jeweiligen Geschichten Gegenstand der Untersuchung. Ebenso werden bisher unveröffentlichte Dokumente, neuartige Themenschwerpunkte und Fragestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven erörtert und bisher gültige Aussagen in Frage gestellt. 172 S.,  EUR 19.90, sfr 30.90 (freier Pr.)   zurück zur Übersicht   Inhalt Einstiege Falk Blask, Thomas Friedrich 68.heute Michael Sacher, Christine Wehner „Ich frage mich, in welcher Reihe ich gestanden hätte." Nach-Wirkungen Michael Metzger Verspäteter Straßenkampf Robert Claus . Nationale Restauration und der Mythos 1968. Gedanken zur Karriere eines Begriffs Susanne Hauer Die Mensafalle oder Bist du politisch? Janna Schlender, Urszula Wozniak Marcuse entfällt Franziska Langner, Janna Schlender, Urszula Wozniak Anti-Repressiva Unschärfen Anna Sträube, Ulrike Hamann „Es lebe die Prager Kommune!" - Von den Leerstellen der Geschichte_n um 68/Ost Ulrike Schulz Die Revolte in der Revolte Yuca Meubrink Sie sind noch immer „Die Verdammten dieser Erde". Eine Rezension Rückblicke Franziska Langner Der unverbesserliche Romantiker Kathrin Friedrich Berliner Kinderläden Anne-Kathrin Sonnenberg people in motion Erinnerung Christine Wehner Die von der Zeit zeugen Sandra Bieler, Carmen Lind Die Erinnerte Revolte Sandra Bieler Die 68er und ihre Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus Carmen Lind Gewalterfahrung und Repression. Der 2. Juni 1967 als Wendepunkt der Studentenbewegung Melanie Held Vom Verstecken, vergessen und verdrängen. Der Verlust an Öffentlichkeit in der DDR nach den Prager Ereignissen 1968